ANKARA – Die Türkei hat im Jahr 2025 bedeutende Fortschritte in ihrer Handelspolitik erzielt und setzt ihre Bemühungen fort, bestehende Freihandelsabkommen auszubauen und neue Handelsabkommen abzuschließen, wie Handelsminister Ömer Bolat bekanntgab.
Bolat erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu, dass die Türkei ihre Wirtschaftsbeziehungen stärken und den gegenseitigen Handel fördern möchte. Dabei liegt der Fokus auf Freihandels- und Präferenzabkommen, insbesondere im Rahmen der Strategien für Afrika und ferne Länder.
Ein zentrales Projekt bleibt die Erweiterung des bestehenden Türkei–Großbritannien-Freihandelsabkommens auf den Dienstleistungssektor. Die Verhandlungen machen positive Fortschritte in den Bereichen Digitalhandel, Finanz- und professionelle Dienstleistungen sowie Investitionen. Das überarbeitete Abkommen soll voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 in Kraft treten.
Bolat betonte, dass alle Beteiligten die Koordination über gemeinsame Ausschüsse und gemischte Kommissionen fortsetzen. Die Türkei führte zudem bilaterale Gespräche mit zahlreichen Ländern über offizielle Kanäle und Vertreter verschiedener Branchen. Insgesamt wurden in diesem Jahr mehr als 176 Treffen mit Ministern aus über 100 Ländern durchgeführt, zusätzlich zu Gipfeltreffen mit multilateralen Organisationen.
Darüber hinaus fanden Treffen der Gemeinsamen Wirtschaftskommission (JEC) und des Gemeinsamen Wirtschafts- und Handelsausschusses (JETCO) sowie hochrangige Handelsdialoge mit der Europäischen Union statt. Ziel ist es unter anderem, die Türkei–EU-Zollunion zu aktualisieren und um die Bereiche Dienstleistungen und E-Commerce zu erweitern. Bolat erklärte dazu: „Die Kommission stimmt uns zu, doch der EU-Rat hat noch keine Genehmigung erteilt, die Verhandlungen zu starten, da einige Länder unbegründeten Widerstand leisten.“
Der Minister bezeichnete Großbritannien weiterhin als einen der wichtigsten Handelspartner der Türkei und unterstrich die strategische Bedeutung der laufenden Verhandlungen.