Mit einem umfangreichen Investitionsprogramm in Wind- und Solarenergie sowie in heimische Gasvorkommen möchte die Türkei ihre Abhängigkeit von Energieimporten verringern. Wie Energieminister Alparslan Bayraktar am Dienstag in Istanbul bekräftigte, soll die Kapazität für Wind- und Solarstrom bis 2035 auf 120.000 Megawatt verzwanzigfacht werden. Hierfür seien jährlich gewaltige Neuinstallationen nötig.
Grund für den forcierten Ausbau ist der erwartete Boom des Energieverbrauchs. Laut Bayraktar wird sich der Strombedarf des Landes in den kommenden 30 Jahren verdreifachen.
Parallel dazu treibt die Regierung die Erdgasförderung im Schwarzen Meer voran. Durch eine neue Plattform soll sich die Fördermenge im nächsten Jahr verdoppeln und bis 2028 sogar vervierfachen. „Damit decken wir 80 Prozent des Gasbedarfs unserer Haushalte“, so Bayraktar.
Ergänzt wird diese Strategie durch das im Bau befindliche Atomkraftwerk Akkuyu. Dessen erster Reaktor soll in etwa einem Jahr Strom liefern. Zudem soll eine der weltweit größten Lagerstätten für Seltene Erden erschlossen werden. Aus dieser heimischen Quelle erhofft sich die Türkei eine Position unter den fünf weltweit führenden Produzenten.