Die Türkei drängt mit voller Kraft auf den europäischen Schienenmarkt. Die erste vollständig in der Türkei entwickelte und gebaute Elektrolokomotive des Typs E5000 hat die begehrte TSI-Zertifizierung der Europäischen Union erhalten. Dies gab der türkische Minister für Verkehr und Infrastruktur, Abdulkadir Uraloğlu, am Dienstag in Ankara bekannt.
Damit erfüllt die Lokomotive des staatlichen Schienenfahrzeugherstellers TÜRASAŞ nun offiziell alle Voraussetzungen, um auf dem Schienennetz der EU-Staaten eingesetzt und verkauft zu werden. Uraloğlu betonte die strategische Bedeutung dieses Schrittes: „Dies bestätigt offiziell, dass unsere Lokomotive den EU-Standards entspricht. Wir haben nun die Möglichkeit, sie sowohl in der EU als auch weltweit zu verkaufen.“
Im Rahmen einer Zeremonie im Ministerium in Ankara erfolgte die Übergabe der Urkunde an TÜRASAŞ-Generaldirektor Selim Koçbay. Der Minister hob hervor, dass die in Eskişehir produzierte Maschine sowohl im Werk als auch im Feld intensiven Belastungstests unterzogen worden sei. Der Erhalt der Zertifizierung beweist, dass die Türkei in der Lage ist, eine eigenständig entwickelte Lokomotive zu fertigen, die internationalen Ansprüchen genügt.
Im Rahmen des E5000-Projekts sollen insgesamt 95 dieser elektrischen Lokomotiven der neuen Generation produziert werden. Die Serienfertigung läuft nach Angaben des Ministeriums bereits auf Hochtouren. Bislang wurden 30 Einheiten fertiggestellt.