Auf der Rüstungsmesse SAHA 2026 in Istanbul hat die Türkei erstmals eine selbst entwickelte ballistische Interkontinentalrakete der Öffentlichkeit präsentiert. Das als „Yıldırımhan” bezeichnete System erreicht nach Angaben des Verteidigungsministeriums Geschwindigkeiten von bis zu Mach 25 und verfügt über eine Reichweite von rund 6.000 Kilometern.
Bei der Vorstellung am 7. Mai erklärte das Ministerium, die Rakete werde mit flüssigem Stickstofftetroxid betrieben und von vier Triebwerken angetrieben. Die Nutzlast liege bei 3.000 Kilogramm explosivem Gewicht. Die Kombination aus hoher Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit erschwert gegnerische Frühwarnung und Abfangmaßnahmen erheblich. In der modernen Kriegsführung gilt das System daher als entscheidender Fähigkeitsverstärker.
Verteidigungsminister Yaşar Güler betonte, die erreichte Leistungsfähigkeit sei zwar Anlass zu Stolz, verpflichte aber zugleich zu ständiger Erneuerung. Forschung und Entwicklung spielten eine Schlüsselrolle, um die türkischen Streitkräfte nachhaltig zu stärken. Die auf der Messe gezeigten Produkte seien das Ergebnis dieser Anstrengungen.
Das Ministerium ergänzte, die Yıldırımhan unterscheide sich durch den Flüssigtreibstoffantrieb und die vergleichsweise hohe Nutzlast von ähnlichen Systemen. Die Enthüllung fügt sich in den anhaltenden Ausbau der türkischen Verteidigungsindustrie ein, zu der neben Raketentechnologie auch unbemannte Systeme, Luftverteidigung, Luftfahrt und Raumfahrtplattformen gehören.
Die vom Branchenverband SAHA Istanbul ausgerichtete Messe SAHA 2026 versammelt Rüstungs- und Luftfahrtunternehmen, Beschaffungsbeamte, Militärdelegationen sowie Industrie- und Fachvertreter aus dem In- und Ausland.