Die Türkei treibt den Umbau ihrer Energieversorgung mit milliardenschweren Investitionen voran. Laut dem Präsidialjahresprogramm 2027 sollen die Anlageinvestitionen im Energiesektor im kommenden Jahr 538,3 Milliarden Türkische Lira erreichen, was einem Anstieg von 29,7 Prozent gegenüber dem laufenden Jahr entspricht. Das geht aus dem Programm hervor, über das türkische Medien berichten.
Demnach entfallen 198,7 Milliarden Lira auf den öffentlichen Sektor und 339,5 Milliarden Lira auf die Privatwirtschaft. Mit diesen Mitteln will die Regierung die Versorgungssicherheit stärken, die Abhängigkeit von ausländischen Energieträgern verringern und das Ziel der Klimaneutralität vorantreiben. Gleichzeitig soll die Energieversorgung zuverlässig, nachhaltig und bezahlbar bleiben.
Einen Schwerpunkt bildet die Kernenergie. Die erste Einheit des Kernkraftwerks Akkuyu soll 2027 in Betrieb gehen und der Bau der zweiten Einheit soll bis dahin abgeschlossen sein. Für die geplanten Kernkraftwerke in Sinop und Thrakien sollen zudem Grundsätze für mögliche Vereinbarungen mit Technologieanbietern festgelegt werden. Darüber hinaus sind zwei Projekte zu Kernreaktoren der nächsten Generation sowie zu kleinen modularen Reaktoren, Mikroreaktoren und Technologien für Forschungsreaktoren vorgesehen. Ein Projekt zur Kernfusion soll bis 2027 zu 80 Prozent abgeschlossen sein.
Auch der Ausbau erneuerbarer Energien wird fortgesetzt. Geplant sind Ausschreibungen für Erneuerbare-Energie-Ressourcengebiete (YEKA) mit einer Leistung von 2.000 Megawatt für Solar- und Windkraft sowie eine Ausschreibung für Offshore-Windkraft mit 1.000 Megawatt.
Die installierte Stromerzeugungskapazität der Türkei soll von 131.112 Megawatt in diesem Jahr auf 140.047 Megawatt im Jahr 2027 steigen. Dabei wird bei Solar ein Anstieg von 30.205 auf 35.705 Megawatt und bei Wind von 16.010 auf 18.010 Megawatt erwartet.