Die türkische Wirtschaft zeigt im Februar ein gespaltenes Bild. Während der Einzelhandel einen unerwarteten Vertrauensschub verzeichnet, trübt sich die Stimmung in der Bauwirtschaft massiv ein. Der Dienstleistungssektor verharrt hingegen auf der Stelle.
Laut den am Dienstag veröffentlichten Daten des Türkischen Statistischen Instituts (TÜİK) entwickelten sich die branchenspezifischen Zuversichtsindikatoren im Februar uneinheitlich.
Der Indikator für den Einzelhandel drehte nach einem Rückgang im Vormonat deutlich ins Positive. Mit einem Anstieg von 2,9 Prozent erreichte er 115,9 Punkte. Besonders die Bewertung der aktuellen Lagerbestände sowie die Umsatzerwartungen der Händler für die kommenden drei Monate trugen zu dieser optimistischen Einschätzung bei.
Im Gegensatz dazu kippte die Stimmung im Baugewerbe. Nach einem Anstieg im Januar fiel der Bauindikator nun um 2,1 Prozent auf 83,9 Punkte. Obwohl die Auftragsbücher derzeit besser gefüllt sind als in den Vormonaten, blicken die Unternehmen angesichts gesunkener Beschäftigungserwartungen pessimistisch in die Zukunft.
Der Dienstleistungssektor verzeichnete hingegen eine Stagnation. Der Index blieb mit 113,8 Punkten unverändert. Branchenexperten führen dies auf eine Verschlechterung der aktuellen Geschäftslage sowie verhaltenere Prognosen für die Umsatzentwicklung im Frühjahr zurück.
Die Indikatoren können Werte zwischen 0 und 200 annehmen. Ein Wert über 100 signalisiert eine optimistische, ein Wert unter 100 eine pessimistische Erwartungshaltung der Unternehmen.