ISTANBUL – Die Türkei führt ab April ein umfassendes digitales Tracking-System für Edelmetalle ein, das Bargeldzahlungen im Goldhandel effektiv beendet. Künftig müssen alle Käufe und Verkäufe in Schmuckgeschäften über Banküberweisungen, Kredit- oder Debitkarten abgewickelt werden.
Das sogenannte Precious Metal Tracking System (KMTS) wurde von der Türkischen Staatsprägeanstalt im Auftrag des Finanzministeriums entwickelt. Unter dem neuen System muss jedes in der Türkei gehandelte Goldstück – von einem Gramm bis zu einem Kilogramm – mit einem offiziellen Banderol und Zertifikat der Prägeanstalt versehen sein.
Jede Banderole enthält eine einzigartige Seriennummer, die es den Behörden ermöglicht, Herkunft, Hersteller und Markteintritt des Goldes in Echtzeit nachzuverfolgen. Ziel ist es, die informelle Wirtschaft einzudämmen, gefälschtes Gold zu bekämpfen und die Marktaufsicht zu stärken.
Beim Verkauf von Gold an Juweliere wird künftig eine Rechnung auf den Namen des Verkäufers ausgestellt, und die Zahlung erfolgt direkt auf das Bankkonto. Auch beim Kauf von Gold müssen die Gelder über Banktransfer, Kredit- oder Debitkarte erfolgen.
Das System gilt auch für hochwertige Käufe, die aus Goldverkäufen finanziert werden. Banken verlangen dabei Dokumente, die den legalen Erwerb des Goldes belegen, beispielsweise durch den Verkauf von Immobilien oder Fahrzeugen. Nicht nachweisbare Gelder werden nicht akzeptiert.
Burak Yakın, Präsident des Verbandes der Schmuckexporteure, erklärte, dass diese Anforderungen die Branche grundlegend verändern werden:
„Jeder Goldverkauf in einem Juweliergeschäft wird nun formell fakturiert, die Zahlung direkt über Bankkonten abgewickelt. Auch beim Kauf von Schmuck wird das Geld überwiesen – so ist jede Transaktion vollständig dokumentiert. Die Einführung erfolgt schrittweise.“
Die neuen Regeln werden von der Financial Crimes Investigation Board (MASAK) überwacht und gelten als wichtiger Schritt gegen Geldwäsche. Ab April wird die Teilnahme für alle Juweliere verpflichtend sein.