Ankara – Die Türkei will den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge landesweit deutlich beschleunigen. Im Rahmen des Mittelfristigen Programms (OVP) sind zahlreiche Maßnahmen vorgesehen, um den Verkehr sauberer zu machen und den CO₂-Ausstoß zu senken.
Die Regierung will dazu die „Strategie und den Aktionsplan für Netto-Null-Emissionen im Verkehr“ fertigstellen und umsetzen. Zudem soll ein Technologie-Fahrplan für integrierte, effiziente, sichere und umweltfreundliche intelligente Verkehrssysteme entwickelt werden. Geplant sind außerdem Projekte zur Verringerung der verkehrsbedingten Emissionen sowie zur Verbesserung von Nachhaltigkeit und Vernetzung.
Ein zentraler Bestandteil des Programms ist der landesweite Ausbau von Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Darüber hinaus soll ein nationaler Plan die Elektrifizierung schwerer Nutzfahrzeuge im Logistiksektor vorantreiben. Dafür ist insbesondere der Aufbau leistungsstarker Ladeinfrastruktur vorgesehen.
Zahl der E-Autos wächst schneller als das Ladenetz
Der Ausbau kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Zahl der Elektrofahrzeuge in der Türkei deutlich schneller wächst als die Ladeinfrastruktur.
Nach Angaben der türkischen Energiemarktregulierungsbehörde (EPDK) waren im Juli 2026 knapp 465.000 Elektrofahrzeuge auf türkischen Straßen unterwegs. Dem standen 46.665 öffentlich betriebene Ladepunkte gegenüber.
Damit kommen in der Türkei derzeit rund zehn Elektrofahrzeuge auf einen öffentlichen Ladepunkt. Zum Vergleich: Im Durchschnitt der Europäischen Union sind es etwa acht Elektrofahrzeuge pro Ladepunkt.
Noch im Juli 2025 lag die Zahl der Elektrofahrzeuge in der Türkei bei rund 300.000. Innerhalb eines Jahres ist die Zahl damit deutlich gestiegen.
Auch die installierte Leistung des türkischen Ladenetzes hat kräftig zugelegt. Sie erreichte im Juli 2026 insgesamt 3.677 Megawatt (3,68 Gigawatt) – gegenüber 2.374 Megawatt ein Jahr zuvor.