Die Türkei hat einen bedeutenden Meilenstein beim Ausbau erneuerbarer Energien erreicht. Wie das türkische Ministerium für Energie und natürliche Ressourcen am Dienstag mitteilte, wurde im Januar die Marke von 40.000 Megawatt (MW) bei der kombinierten installierten Leistung von Solar- und Windkraftanlagen überschritten. Damit macht die Stromerzeugung aus Sonne und Wind aktuell 33 Prozent der gesamten installierten Stromkapazität des Landes aus.
Laut den veröffentlichten Daten stieg die installierte Gesamtkapazität des Landes bis Ende Januar auf 123 284 MW. Der Anteil erneuerbarer Energien (inklusive Wasser, Biomasse und Geothermie) liegt demnach bei 62,5 Prozent (77 114 MW). Allein die Solarenergie verzeichnete einen Zuwachs auf 25.827 MW, was einem Anteil von 20,9 Prozent am Gesamtmix entspricht. Die Windkraft trug 14.862 MW bei und hält damit einen Anteil von 12,1 Prozent.
Minister: “Ein Drittel des Weges geschafft”
Energieminister Alparslan Bayraktar bezeichnete die Entwicklung der vergangenen zwei Jahrzehnte als eine „stille Revolution”. „Innerhalb von 23 Jahren sind wir bei Solar- und Windkraft von praktisch null auf über 40.000 Megawatt gekommen”, so Bayraktar. Dies entspreche bereits einem Drittel des ehrgeizigen Ausbauziels der Regierung, das eine Kapazität von 120.000 Megawatt aus Sonne und Wind bis zum Jahr 2035 vorsieht.
Um dieses Ziel zu erreichen, setzt Ankara auf ein Bündel verschiedener Maßnahmen. Neben dem Modell der Erneuerbare-Energien-Gebiete (YEKA), in dem Großprojekte realisiert werden, sollen künftig jährlich mindestens 2.000 Megawatt an neuen Kapazitäten ausgeschrieben werden. Bereits im vergangenen Jahr wurden im Rahmen von YEKA-Ausschreibungen 3.800 Megawatt vergeben.
Industrie investiert in Eigenstrom und saudische Partner bauen mit
Ein weiterer Treiber des Ausbaus ist die starke Nachfrage aus der Industrie. Immer mehr Unternehmen installieren eigene Solaranlagen zur Eigenstromversorgung, wie der Minister berichtete. Um diesen Trend zu fördern, hatte das Ministerium bereits im Januar Pläne bekannt gegeben, zusätzliche Kapazitäten von 3.500 Megawatt für derartige Projekte bereitzustellen. Dabei sollen öffentliche Einrichtungen und strategische Sektoren bevorzugt berücksichtigt werden.
Darüber hinaus setzt die Türkei auf internationale Kooperationen. Ein wegweisendes Projekt ist der Bau von Solar- und Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 5.000 Megawatt durch saudi-arabische Unternehmen. „In der ersten Phase haben wir Verträge über 2.000 Megawatt an Solarprojekten unterzeichnet, die der Türkei über 25 Jahre den günstigsten Strom zu einem Festpreis liefern werden”, erklärte Bayraktar. Weitere bilaterale Abkommen auf Basis einer Win-Win-Situation seien in Zukunft denkbar und würden die Energiesicherheit des Landes weiter stärken.