„Türkei als Magnet für Kapital und Talente“ – Finanzminister Şimşek sieht Land auf dem Weg zur globalen Wirtschaftsmacht

02.04.2026 – 16:00 Uhr

Die Türkei möchte die weltweiten Verwerfungen durch Kriege und Lieferkettenprobleme nutzen, um in der globalen Wertschöpfungskette aufzusteigen. Bei einem Empfang in London zeigte sich Finanzminister Mehmet Şimşek zuversichtlich, dass sein Land „erneut zu einem Magneten für globale Talente und Kapital“ werde.

Angesichts der Kriege im Nahen Osten müssten Unternehmen ihre Lieferketten überdenken und neue Handelsrouten erschließen, was der Türkei zugutekommen werde, so Şimşek. Das Land ist Teil des sogenannten Mittleren Korridors und investiert massiv in regionale Verbindungen. Gleichzeitig beschleunige die Krise die grüne und digitale Transformation, auf denen die Türkei bereits Fortschritte vorweise.

Die Verteidigungsindustrie sei dabei nur ein Schwerpunkt, betonte der Minister. Das Land verfüge über starkes Humankapital und eine gute Infrastruktur. Allerdings räumte er ein: „Der Krieg im Nahen Osten ist wie eine dunkle Wolke.“ Aus übergeordneter Perspektive sei die Türkei dennoch „nicht nur eine Insel der Stabilität, sondern auch eine starke Produktionsbasis und ein dynamisches Dienstleistungszentrum“.

Die Regierung wolle ihr Wirtschaftsprogramm mit den Zielen Inflationsbekämpfung, außenwirtschaftliche Nachhaltigkeit und Wettbewerbssteigerung konsequent fortsetzen.

Ahmet Burak Dağlıoğlu, der Präsident der Investitions- und Finanzabteilung der Präsidentschaft, ergänzte, die Türkei sei bereits ein regionales Zentrum für Produktion, Management, Forschung und Logistik. „Diese Reise wird hier nicht enden.“ In den kommenden Jahrzehnten sei das Ziel, zur globalen Wirtschaftsmacht aufzusteigen, auch wenn dies nicht über Nacht geschehen werde.