Die wirtschaftliche Stimmung in der Türkei hat im April den niedrigsten Stand seit neun Monaten erreicht, während die Arbeitslosenquote zeitgleich überraschend leicht sank. Das geht aus zwei am Mittwoch vom türkischen Statistikamt TÜİK veröffentlichten Datenberichten hervor.
Demnach fiel der Index des wirtschaftlichen Vertrauens im Vergleich zum Vormonat um 1,5 Prozent auf 96,4 Punkte. Dies ist der schwächste Wert seit Juli 2025, als der Index erstmals unter die kritische Marke von 100 fiel. Im März hatte der Wert noch bei 97,9 Punkten gelegen. Ein Wert unter 100 signalisiert generell eine pessimistische Einschätzung der wirtschaftlichen Gesamtlage, während Werte darüber auf Optimismus hindeuten.
Besonders deutlich trübte sich die Stimmung im Dienstleistungssektor ein. Das entsprechende Vertrauensbarometer sank um 3,1 Prozent auf 109,7 Punkte. Auch in der Industrie gab es einen leichten Rückgang des Realvertrauens um 1,4 Prozent auf 98,6 Punkte. Im Einzelhandel ging der Indikator um 1,8 Prozent auf 111,6 Punkte zurück. Einzig die Baubranche zeigte sich widerstandsfähig. Das Vertrauen im Baugewerbe stieg um 3,6 Prozent auf 83,6 Punkte und bleibt damit weiterhin deutlich im pessimistischen Bereich. Die Verbraucherstimmung legte indes minimal um 0,5 Prozent auf 85,5 Punkte zu, verharrt aber ebenfalls tief im negativen Bereich.
Ein anderes Bild zeigen die zeitgleich veröffentlichten Arbeitsmarktdaten für März. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote sank um 0,3 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent. Die Zahl der erwerbslosen Personen im Alter ab 15 Jahren verringerte sich im Monatsvergleich um 96.000 auf 2,87 Millionen.
Dabei wies die Erwerbslosenquote erhebliche geschlechtsspezifische Unterschiede auf: Während für Männer ein Wert von 6,8 Prozent geschätzt wurde, lag die Quote bei Frauen bei 10,7 Prozent. Auch der Jugendarbeitsmarkt zeigte eine Entspannung. Die Arbeitslosenrate der 15- bis 24-Jährigen fiel um 0,5 Prozentpunkte auf 15,3 Prozent. Dabei lag die Quote bei jungen Männern mit 12,8 Prozent deutlich unter dem Wert für junge Frauen von 20,4 Prozent.