Die türkische Wirtschaft hat sich zum Ende des vergangenen Jahres offenbar stärker gezeigt als von vielen Marktteilnehmern erwartet. Kurz vor der Veröffentlichung der offiziellen Daten durch das Statistische Institut (TÜİK) am 2. März prognostizieren Ökonomen für das vierte Quartal 2025 ein solides Wachstum.
Laut einer Umfrage der Finanzplattform AA Finans unter 19 Volkswirten rechnen die Experten im Median mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Schätzungen für die Monate Oktober bis Dezember bewegten sich in einer Spanne von 3,0 bis 4,2 Prozent.
Damit läge das Schlussquartal leicht über dem Wert des Vorquartals, für das das Statistikamt ein Wachstum von 3,7 Prozent ermittelt hatte. Im vierten Quartal 2024 hatte die größte Volkswirtschaft am Bosporus lediglich um 3,2 Prozent zugelegt.
Für das Gesamtjahr 2025 erwarten die befragten Experten einen Zuwachs von durchschnittlich 3,7 Prozent. Die Bandbreite der Schätzungen lag hier zwischen 3,2 und 3,8 Prozent. Etwas zuversichtlicher zeigen sich die Volkswirte mit Blick auf das laufende Jahr: Für das Ende des Jahres 2026 erwarten sie im Durchschnitt eine Beschleunigung der wirtschaftlichen Aktivität auf 4,0 Prozent.
Diese Perspektive wird durch optimistischere Einschätzungen internationaler Geldgeber gestützt. Erst in dieser Woche hatte die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) ihre Konjunkturprognose für die Türkei angehoben. Für 2026 erwarten die Experten der Bank nun ebenfalls ein Wachstum von 4,0 Prozent, was einer Aufwertung um 0,5 Prozentpunkte im Vergleich zur vorherigen Schätzung entspricht. Für das Jahr 2027 stellt die EBRD sogar einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 4,5 Prozent in Aussicht.
Als Grund für die verbesserte Einschätzung nannte die EBRD den Erfolg der makroökonomischen Stabilisierungspolitik des Landes. Diese trage dazu bei, das Wachstum zu stützen und gleichzeitig die Inflation einzudämmen.