Während die Lebenshaltungskosten in der Metropole weiter steigen, erleben Verbraucher:innen zumindest bei Flugtickets eine unerwartete Entlastung. Neue Daten der Istanbuler Handelskammer (İTO) für Februar 2026 zeigen einen paradoxen Trend: Gemüse wird zur Mangelware, während Flugtickets so günstig sind wie seit Monaten nicht mehr.
Die İTO veröffentlichte am Dienstag die Einzelhandelspreisänderungen für den Monat Februar. Demnach mussten die Bewohner Istanbuls vor allem an der Supermarktkasse tief in die Tasche greifen. Die höchsten Preissteigerungen gab es erneut bei frischen Lebensmitteln.
Spitzenreiter der Teuerung ist die Gurke: Mit einem Preisanstieg von 60,94 Prozent im Vergleich zum Vormonat entwickelt sie sich zunehmend zum Luxusgut. Auch andere Gemüsesorten wie Charleston-Paprika (plus 60,86 %), Spitzpaprika (plus 60,80 %) und Zucchini (plus 59,61 %) verzeichneten drastische Preissteigerungen. Insgesamt verteuerten sich 244 der 336 im Warenkorb erfassten Produkte.
Es gibt jedoch einen signifikanten Ausreißer nach unten: Flugreisen. Die Preise für Inlands- und Auslandsflugtickets sind im Februar regelrecht eingebrochen. Mit einem Minus von 43,80 Prozent binnen eines Monats verzeichnete die İTO den stärksten Preisverfall bei Flugtickets. Damit setzt sich ein Trend der vergangenen Wochen fort, der bei reisewilligen Menschen für Aufsehen sorgt.
Experten führen den drastischen Rückgang auf das Ende der touristischen Hochsaison sowie auf verschärfte Wettbewerbsbedingungen unter den Fluggesellschaften zurück. „Nach den Neujahrsfeiertagen und vor den Osterferien klafft oft ein Nachfrageloch. Die Airlines reagieren mit Rabattaktionen, um die Auslastung zu sichern“, kommentierte ein Marktbeobachter die Entwicklung.
Neben Flugreisen verbilligten sich im vergangenen Monat auch andere Waren und Dienstleistungen, wenn auch weitaus weniger deutlich. So sanken die Preise für persönliche Reiseausgaben (wie Pauschalreisen) um 11,97 Prozent. Auch Damenbekleidung wie Mäntel (minus 8,45 %), Schuhe (minus 6,06 %) und Pullover (minus 5,68 %) war günstiger zu haben.
Während die Verbraucher:innen also am Himmel von sinkenden Preisen profitieren, bleibt die Lage am Boden angespannt. Besonders ins Gewicht fällt der Anstieg der Taxitarife um 20 Prozent, wodurch die Mobilität innerhalb der Stadt weiter verteuert wird.