Die türkische Wirtschaft hat sich im Februar als widerstandsfähig gegenüber globalen Verwerfungen gezeigt. Wie Handelsminister Ömer Bolat am Freitag mitteilte, stiegen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,6 Prozent auf 21,065 Milliarden US-Dollar. Es handele sich um den zweithöchsten jemals für einen Februar verzeichneten Wert, so Bolat.
Der Minister führte das Wachstum auf die Stärke der heimischen Wirtschaft zurück. Während internationale Institutionen ihre Wachstumsprognosen aufgrund anhaltender Konflikte zuletzt nach unten korrigieren mussten, liegt die Türkei mit ihrer Entwicklung weiterhin über den Zielen des mittelfristigen Wirtschaftsprogramms. Als Beleg für das zunehmende Vertrauen nannte Bolat den Anstieg des Wirtschaftsvertrauensindex auf über 100 Punkte.
Trotz des positiven Monatswerts ergibt sich für das Gesamtjahr ein geteiltes Bild. In den ersten zwei Monaten summierten sich die Ausfuhren auf 41,4 Milliarden US-Dollar, was einem Rückgang von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.
Handelsbilanzdefizit weitet sich aus
Während die Exporte anzogen, stiegen die Importe noch deutlicher. Im Februar wurden Waren im Wert von 30,3 Milliarden US-Dollar eingeführt, was einem Plus von 6,1 Prozent entspricht. In der Folge weitete sich das Außenhandelsdefizit kräftig aus. Es stieg um 18,1 Prozent auf 9,2 Milliarden US-Dollar.
Auch das Verhältnis von Exporten zu Importen verschlechterte sich. Die Export-Import-Abdeckungsrate fiel im Februar auf 69,6 Prozent und lag damit 3,1 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahresmonats. Für die ersten beiden Monate des Jahres ergibt sich somit eine negative Handelsbilanz von 17,6 Milliarden US-Dollar (Exporte: 41,38 Mrd. / Importe: 58,97 Mrd.).
Regierung beobachtet strategische Schifffahrtsroute
Angesichts der angespannten geopolitischen Lage – insbesondere der Kriege in der unmittelbaren Nachbarschaft – zeigte sich Bolat zuversichtlich, dass die Türkei ihre stabile Position wahren könne. Gleichzeitig verwies er auf präventive Maßnahmen der Regierung.
So habe man bereits am vergangenen Wochenende damit begonnen, Vorkehrungen zu treffen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen möglicher Krisen abzufedern. Bolat nannte in diesem Zusammenhang ein konkretes Szenario: die Schließung der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Die Entwicklungen würden in Echtzeit verfolgt und die Schutzmaßnahmen fortlaufend aktualisiert.