Trinkhalme, Becher, Teller: Türkei verschärft Kampf gegen Plastikmüllflut

14.03.2026 – 7:00 Uhr

Die Türkei leitet eine umfassende Kehrtwende im Kampf gegen die Plastikflut ein. Im Rahmen der nationalen „Null-Abfall“-Initiative bereitet das Umweltministerium ein umfassendes Verbot von Einwegplastik vor. Die neuen Regelungen zielen darauf ab, den Verbrauch von Produkten wie Plastikbesteck, Tellern, Trinkhalmen und Wattestäbchen drastisch zu reduzieren.

Laut einem Ministeriumsentwurf soll zunächst der Verkauf dieser Wegwerfartikel untersagt werden. In einer zweiten Phase soll die Verordnung auf teilweise aus Plastik bestehende Produkte wie Feuchttücher, Reinigungstücher oder bestimmte Frachtbeutel ausgeweitet werden. Diese müssten dann entsprechend gekennzeichnet werden.

Die Behörden versprechen sich von diesem Schritt enorme ökologische und ökonomische Effekte. Durch das Verbot könnten jährlich Emissionen in Höhe von 1,5 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent vermieden werden. Zudem würden sich die Kosten für die Abfallentsorgung um umgerechnet etwa 40 Millionen Euro (rund 1,5 Milliarden Türkische Lira) verringern.

Die Maßnahme ist Teil des nationalen Aktionsplans für eine Kreislaufwirtschaft. Künftig soll verstärkt auf Alternativen wie Glas, Porzellan, Holz oder Karton gesetzt werden. Hintergrund des Verbots ist der immense Verbrauch: Allein im Jahr 2022 wurden in der Türkei mehr als 700.000 Tonnen Einwegplastik verbraucht, darunter 120.000 Tonnen Becher und über 32.000 Tonnen Einwegbesteck.

Erste Erfolge im Kampf gegen die Vermüllung kann das Land bereits vorweisen. Seit der Einführung von Pflichtgebühren für Plastiktüten im Jahr 2019 konnten rund 3,1 Millionen Tonnen Plastikmüll verhindert werden. Dadurch sanken die Treibhausgasemissionen und die Abhängigkeit von teuren Rohstoffimporten. Das Verbot von Einwegartikeln gilt als der nächste logische Schritt in dieser Strategie.