Tourismusinvestoren in der Türkei fordern Reformen zur Beschleunigung von Projekten

03.02.2026 – 9:00 Uhr

Tourismusinvestoren in der Türkei drängen auf regulatorische Reformen, um Investitionsprozesse zu beschleunigen. Lange Genehmigungs- und Bauverfahren würden neue Projekte ausbremsen und Investoren zunehmend abschrecken, warnen Branchenvertreter.

Oya Narin, Vorsitzende des Verbands der Tourismusinvestoren (TTYD), erklärte, dass Planungs- und Bauphasen im Tourismussektor üblicherweise zwei bis drei Jahre dauern sollten. In der Türkei zögen sich diese Prozesse jedoch häufig über fünf bis sechs Jahre hin. Diese Verzögerungen führten dazu, dass Investoren zögerten, neue Projekte von Grund auf zu starten.

Zudem verwies Narin auf regionale Unterschiede. Während Investitionsprozesse in Antalya vergleichsweise reibungslos verliefen, seien sie in der Ägäisregion deutlich komplexer und langwieriger.

Die häufigen Unterbrechungen in den Verfahren wirkten abschreckend auf Investoren. Statt neue Projekte zu entwickeln, entschieden sich viele dafür, über Fonds einzusteigen oder bereits abgeschlossene Projekte zu übernehmen, um sich nicht intensiv mit bürokratischen Abläufen befassen zu müssen.

Kritik äußerte Narin auch an Defiziten in der Raumplanung sowie an Zuständigkeitsüberschneidungen zwischen dem Ministerium für Umwelt und Stadtentwicklung, den Kommunen und den Behörden zum Schutz natürlicher Ressourcen. Diese Konflikte verlängerten die Genehmigungsverfahren zusätzlich.

Um neue Impulse zu setzen, forderte sie die Ausarbeitung eines neuen nationalen Tourismusplans. Die Türkei müsse ihre Position im internationalen Wettbewerb neu definieren und eine Strategie für die kommenden zehn bis 15 Jahre entwickeln. Andere Länder wie Saudi-Arabien, Spanien, Griechenland und Ägypten würden ihre Tourismussektoren bereits umfassend neu ausrichten.

Ab den Jahren 2027 und 2028 solle ein neues Investitionsumfeld geschaffen werden, das international Aufmerksamkeit erzeuge. Dies könne ausländische Investoren, Fonds und globale Marken anziehen und zugleich türkische Investoren motivieren, verstärkt im eigenen Land zu investieren, so Narin.