Die türkischen Banken haben ihre Kreditvergabe massiv ausgeweitet. So kletterte das ausstehende Gesamtvolumen an Barkrediten – faule Kredite eingeschlossen – im Mai 2026 auf die Rekordsumme von 26,78 Billionen Türkischen Lira. Das geht aus aktuellen Daten der Bankenaufsichtsbehörde BDDK hervor. Im Vergleich zum Vorjahresmonat (19,35 Billionen Lira) entspricht das einem Anstieg von 38 Prozent.
Größter Profiteur dieses Geldsegens ist die Industrie: Mit 6,05 Billionen Lira entfiel auf das verarbeitende Gewerbe fast ein Viertel (23 Prozent) aller vergebenen Barkredite. Innerhalb der Fabrikhallen sticht eine Branche besonders hervor: Die Textil- und Textilprodukthersteller sicherten sich mit 796 Milliarden Lira die mit Abstand höchste Kreditsumme. Auf den Plätzen zwei und drei der industriellen Kreditnehmer folgen der Nahrungs- und Genussmittelsektor mit 779 Milliarden Lira und die Produktion von Transportfahrzeugen mit 696 Milliarden Lira.
Mit deutlichem Abstand landete der Groß- und Einzelhandel inklusive Kfz-Service auf dem zweiten Rang der Gesamtliste. In diesen Sektor flossen Kredite über 3,1 Billionen Lira, was einem Anteil von 17 Prozent am gesamten Kreditkuchen entspricht. Das Geld verteilte sich dabei vor allem auf den Großhandel (1,79 Billionen Lira), den Einzelhandel mit persönlichen Gütern (896,26 Milliarden Lira) sowie den Autohandel und Tankstellen (412,84 Milliarden Lira).
Eine detaillierte Betrachtung der Unternehmensgrößen zeigt zudem, dass kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zusammen ein ausstehendes Kreditvolumen von 7,03 Billionen Lira erreichen. Den Löwenanteil davon beanspruchen mittelgroße Betriebe mit 3,31 Billionen Lira. Kleinstunternehmen erhielten Darlehen über 1,87 Billionen Lira und kleine Firmen liegen mit 1,85 Billionen Lira nahezu gleichauf.