Die wirtschaftliche Verflechtung zwischen Deutschland und der Türkei hat sich strukturell gewandelt. Während der Austausch von Rohstoffen zunehmend in den Hintergrund tritt, prägen mittlere und hohe Technologiegüter den bilateralen Handel. Dies geht aus einer aktuellen Einschätzung der Deutsch-Türkischen Industrie- und Handelskammer (AHK Türkei) hervor.
Bei der Vorlage neuer Handelsdaten erklärte Kammerpräsidentin Bige Yücel, dass beide Volkswirtschaften tief in die industriellen Produktionsketten des jeweils anderen Landes integriert seien. Diese enge Verzahnung spiegelt sich insbesondere im wachsenden Anteil technologieintensiver Waren wider.
Im Export von der Türkei nach Deutschland rangiert laut Yücel die Automobilbranche weiterhin an erster Stelle. Darüber hinaus bleibt die stabile Nachfrage nach traditionellen türkischen Exportgütern bestehen. So verzeichnen Textilien, Bekleidung und Konfektionsware weiterhin einen soliden Absatz auf dem deutschen Markt. Auch Eisen- und Stahlerzeugnisse sowie Agrarprodukte – mit deutlichem Schwerpunkt auf Haselnüssen und Trockenfrüchten – gehören zu den Segmenten, in denen deutsche Importeure eine kontinuierlich hohe Nachfrage zeigen.
Auf der Importseite der Türkei aus Deutschland dominieren hingegen Hightech- und Investitionsgüter. Den größten Anteil machen laut der Kammerpräsidentin Maschinen, mechanische Geräte und Ausrüstungen für Industrieanlagen aus, die unmittelbar zur Steigerung der türkischen Produktionskapazität beitragen.
Die ersten Monate des Jahres 2026 haben eindrücklich gezeigt, wie widerstandsfähig die seit Jahrzehnten gewachsenen Wirtschaftsbeziehungen sind. Der Handelsstrom zwischen den beiden Ländern zeichne sich durch eine zunehmende qualitative Aufwertung aus.