Sun Express drosselt Wachstumstempo – Flottenziel von 150 Jets bis 2033 gekippt

07.10.2026 – 7:00 Uhr

Die deutsch-türkische Ferienfluggesellschaft SunExpress verabschiedet sich von ihrem ursprünglichen Expansionskurs. Anstelle der bislang angepeilten Vergrößerung der Flotte auf 150 Maschinen bis zum Jahr 2033 will die Airline nun deutlich langsamer wachsen. Das geht aus Aussagen von Marcus Schnabel hervor, der das Unternehmen seit Februar leitet. In einem Interview mit dem Fachmagazin „FVW“ nannte er eine neue Zielmarke: Demnach sollen Flotte und Sitzplatzangebot künftig im Schnitt jährlich um etwa vier bis fünf Prozent ausgebaut werden.

Mit dieser Strategie rückt Sun Express von den Plänen des früheren Managements ab, die Flotte innerhalb von rund zehn Jahren von derzeit 86 auf 150 Flugzeuge zu vergrößern. Als Begründung verwies Schnabel auf die wirtschaftliche Lage in den Kernmärkten der Airline. Ein derart aggressives Wachstum sei unter diesen Umständen nicht mehr angebracht, so Schnabel. Zwar habe sich die Nachfrage inzwischen etwas erholt und für das laufende Jahr erwartet er etwas mehr Passagiere als im Vorjahr. Im DACH-Raum – also in Deutschland, Österreich und der Schweiz – plant Sun Express für 2027 jedoch ein Angebot auf dem Niveau des laufenden Jahres.

Ungeachtet des gebremsten Expansionstempos sollen in den kommenden Jahren mehr als 60 neue Flugzeuge zur Sun-Express-Flotte hinzukommen, allein elf davon im nächsten Jahr. Als neues Flaggschiff erwartet die Airline im ersten Halbjahr 2028 die Boeing 737 Max 10 mit neuer Kabine. Dies erlaubt es, die Flotte angesichts der hohen Treibstoffpreise schneller zu erneuern oder bei entsprechender Nachfrage stärker zu wachsen.

Kerosinpreise bleiben deutlich über Vorjahresniveau

Laut dem Sun-Express-Chef entfallen normalerweise rund ein Drittel der Kosten auf Kerosin. Derzeit liege die Kostensteigerung bei 120 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eine Rückkehr der Treibstoffpreise auf das Vorjahresniveau hält Schnabel für ausgeschlossen: „Preise wie im Vorjahr werden wir sicherlich nicht mehr erreichen.“ Von der eigentlich notwendigen Preiserhöhung habe Sun Express nur etwa ein Drittel an die Kunden weitergegeben. Den Rest habe die Airline gemeinsam mit Hoteliers, Reiseveranstaltern und der türkischen Politik aufzufangen versucht.