In der Türkei besitzt nur jeder siebte Haushalt noch ein klassisches Radiogerät – dennoch verbringen die Menschen im Land täglich fast zwei Stunden mit Radiohören. Das geht aus einer Erhebung der türkischen Medienaufsichtsbehörde RTÜK hervor, für die mehr als 15.700 Personen befragt wurden.
Während das traditionelle Radio bei den älteren Generationen weiterhin einen festen Platz hat, zeigt sich bei den Jüngeren ein klarer Bruch: Nur 9,8 Prozent der 15- bis 24-Jährigen besitzen ein eigenes Radiogerät. Bei den über 65-Jährigen ist der Anteil mit 18 Prozent fast doppelt so hoch. Das meistgenutzte Gerät für Radio- und Musikinhalte ist inzwischen das Autoradio.
Musik dominiert – Nachrichten abgeschlagen
Die konsumierten Inhalte sind eindeutig: Fast 95 Prozent der Hörer schalten wegen der Musik ein. Informationsformate wie Nachrichten und Gesprächssendungen folgen mit großem Abstand. Allerdings hört nur etwa jeder Zehnte täglich zu, die Nutzung konzentriert sich dabei stark auf die Vormittagsstunden zwischen 6 und 12 Uhr.
Vom Staatsmedium zur Streaming-Alternative
Einst als zentrales Instrument für Kommunikation und Nachrichtenverbreitung gestartet, hat das Radio sein Profil im Laufe eines Jahrhunderts stetig gewandelt. Die Studie belegt, dass die Digitalisierung das Medium nicht verdrängt, sondern transformiert hat. Die Hörer:innen greifen zunehmend auf Streamingdienste und Online-Plattformen zurück. Der klassische Apparat im Wohnzimmer wird für viele entbehrlich – das Radio als Format hingegen nicht.