Steigende Ölpreise: Mögliche Belastung für den türkischen Tourismusmarkt

08.03.2026 – 6:30 Uhr

Die jüngsten militärischen Spannungen im Nahen Osten könnten sich indirekt auf die türkische Tourismusbranche auswirken. Firuz Bağlıkaya, der Vorsitzende des Verbands Türkischer Reisebüros (TÜRSAB), warnte vor den wirtschaftlichen Auswirkungen der angespannten Lage. Insbesondere der daraus resultierende Anstieg der globalen Ölpreise könnte den Sektor durch höhere Transportkosten belasten.

Auslöser dieser Sorge sind laut Bağlıkaya die jüngsten Luftangriffe auf Ziele im Iran. Diese hätten nicht nur zu einem deutlichen Anstieg des Rohölpreises geführt, sondern auch den Flugverkehr in Teilen des Nahen Ostens lahmgelegt. Der Touristenstrom aus den direkten Nachbarländern in die Türkei kam dadurch vorübergehend zum Erliegen.

Urlauber aus anderen Teilen der Welt, insbesondere aus Europa, sind laut Verbandsangaben jedoch nicht betroffen. Der türkische Luftraum ist weiterhin geöffnet und der Flugbetrieb läuft planmäßig. Bağlıkaya betonte den Ruf der Türkei als sichere Destination. Das Land gelte seit jeher als Ort, an dem Urlauber auch in Zeiten regionaler Konflikte ihren Aufenthalt unbehelligt genießen können.

Diese Einschätzung teilte er auch mit Blick auf die jüngste Internationale Tourismusbörse (ITB) in Berlin. Dort habe er ein starkes Vertrauen der internationalen Reiseindustrie in die Türkei festgestellt. Zwar führe geopolitische Krisen kurzfristig oft zu Verunsicherung und damit zu einem Rückgang der Buchungen, doch für die kommende Sommersaison zeichne sich weiterhin eine solide Nachfrage ab.

Sollte die Krise jedoch anhalten, könnten die hohen Energiepreise zur langfristigen Belastung werden, so Bağlıkaya weiter. Dies würde vor allem Fluggesellschaften und Kreuzfahrtanbieter treffen. Um die Branche in diesem Fall zu stützen, regte der Verbandschef an, über die Wiedereinführung von Hilfsmaßnahmen wie Kerosinzuschüssen oder Anreizen für Kreuzfahrten nachzudenken. Diese hätten sich bereits in früheren Krisen bewährt.

Die weitere Entwicklung ist derzeit mit vielen Unsicherheiten behaftet. Schwer kalkulierbare Faktoren seien die Dauer des Konflikts, der Ölpreisverlauf, globale wirtschaftliche Folgen und das Verbrauchervertrauen. Sollte sich der Krieg hinziehen, könnte dies die Wachstumsziele des globalen und speziell des türkischen Tourismus gefährden.

Trotz der aktuellen Unwägbarkeiten blickt die Branche auf ein erfolgreiches Vorjahr zurück. Im Jahr 2023 besuchten rund 52,78 Millionen ausländische Touristen die Türkei, was einem leichten Anstieg von 0,28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Inklusive der im Ausland lebenden Türken stieg die Gesamtzahl der Besucher auf 63,94 Millionen. Damit festigte das Land seine Position als eines der führenden Reiseziele weltweit.