Die Teuerungswelle in der Türkei hält unvermindert an und erreicht nun mit voller Wucht den Tourismussektor. Wie das türkische Statistikinstitut TÜİK am Donnerstag mitteilte, stiegen die Verbraucherpreise im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 31,53 Prozent. Zwar setzt sich damit der Abwärtstrend der Gesamtinflation leicht fort, doch für Reisende und Einheimische werden der Restaurantbesuch und die Hotelübernachtung immer mehr zum Luxus.
Allein im Vergleich zum Vormonat Januar erhöhte sich das Preisniveau um 2,96 Prozent. Besonders stark fiel der Anstieg bei Lebensmitteln und alkoholfreien Getränken aus: Sie verteuerten sich innerhalb eines Jahres um 36,44 Prozent und treiben damit die Gesamtinflation erheblich an. Aber auch die Kosten für Wohnen, Wasser, Strom und Gas schossen mit einem Plus von 42,33 Prozent geradezu in die Höhe.
Tourismussektor besonders betroffen
Für die Reisebranche ist die Preisentwicklung in der Gastronomie und Hotellerie besonders relevant. Die Ausgaben für Übernachtungen und Mahlzeiten außer Haus stiegen im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 28,3 Prozent. Allein von Januar auf Februar legte dieser Bereich um 2,82 Prozent zu. Dieser Anstieg verteuert nicht nur den Türkei-Urlaub für ausländische Gäste, sondern schmälert auch die Reisefähigkeit der einheimischen Bevölkerung.
Als weiterer Kostentreiber für den Tourismus erweist sich der Verkehrssektor. Die Preise für Transportdienstleistungen, die maßgeblich durch die Kosten für Kraftstoffe beeinflusst werden, lagen im Februar um 28,86 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Dadurch werden An- und Abreisen sowie Ausflüge vor Ort teurer. Die monatliche Teuerung im Verkehrsbereich betrug 2,58 Prozent.
Grundnahrungsmittel als Haupttreiber
Die mit Abstand größte Belastung für die Verbraucher geht nach wie vor von den Lebensmittelpreisen aus. Mit einem Preisanstieg von 6,89 Prozent allein im Februar trugen sie 9,07 Prozentpunkte zur Gesamtinflation bei und waren somit hauptverantwortlich für den Preisanstieg. Die Kerninflation, bei der schwankungsanfällige Güter wie Energie und Lebensmittel herausgerechnet werden, lag im Februar bei 2,16 Prozent im Vergleich zum Vormonat beziehungsweise bei 29,91 Prozent im Jahresvergleich.