Stadterneuerung sorgt für Beschäftigungsrekord im türkischen Bausektor

31.07.2026 – 7:00 Uhr

Die türkische Bauwirtschaft verzeichnet einen historischen Beschäftigungshöchststand. Angetrieben durch eine massive Ausweitung von Stadterneuerungsprojekten – vor allem in der Metropole Istanbul – stieg die Zahl der abhängig Beschäftigten im Bausektor im Mai auf über 1,93 Millionen. Dies ist der höchste jemals für diesen Monat registrierte Wert.

Laut aktuellen Daten des Türkischen Statistischen Instituts (TÜİK) wuchs die Gesamtzahl der Angestellten in den Bereichen Industrie, Bau sowie Handel und Dienstleistungen im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent auf 15,97 Millionen. Der Baugewerbesektor stach dabei hervor: Hier legte die Zahl der Beschäftigten im Jahresvergleich um 1,2 Prozent zu.

Innerhalb des Bausektors entfielen 1,27 Millionen Stellen auf den Hochbau, 248.000 auf den Tief- und Ingenieurbau und 418.000 auf spezialisierte Bautätigkeiten. Die Beschäftigung in diesen Teilbereichen erhöhte sich um 1,0 %, 4,0 % bzw. 0,1 %.

Branchenvertreter führen den Zuwachs maßgeblich auf die dynamische Stadterneuerung zurück. Allein in Istanbul befanden sich im Juli mehr als 276.000 unabhängige Wohneinheiten in den 39 Bezirken im Transformationsprozess.

Ali Hepşen, Dozent an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Istanbul, sieht in dem Rekordwert ein Zeichen anhaltender Stärke. „Die Daten zeigen, dass sich die Erholung im Baugewerbe nicht nur auf der Produktionsseite, sondern auch bei der Beschäftigung fortsetzt”, erklärte Hepşen.

Den vierprozentigen Anstieg im zivilen Ingenieurbau wertet Hepşen als Spiegelbild der Wirkung von Infrastruktur- und öffentlichen Investitionen. Das moderate Plus von einem Prozent im Hochbau deutet hingegen auf eine verhaltenere Dynamik in diesem Bereich hin. Der marginale Anstieg von 0,1 Prozent bei spezialisierten Bauaktivitäten signalisiere, dass in einigen Teilsegmenten des Sektors weiterhin eine vorsichtige Haltung vorherrsche.