Spritpreise unter Kontrolle? Ankara aktiviert Notbremse gegen Öl-Schock

06.03.2026 – 6:30 Uhr

Angesichts steigender Energiepreise infolge geopolitischer Spannungen hat die Türkei ein vorübergehendes Preisausgleichssystem für Kraftstoffe eingeführt. Die per Präsidialerlass im Amtsblatt veröffentlichte Maßnahme zielt laut Finanzministerium darauf ab, die Auswirkungen internationaler Ölpreisschwankungen auf die Inflation zu begrenzen.

Kern des Modells ist ein sogenanntes „Eşel-Mobil“-System, das auf dem Stichtag 2. März basiert. Steigen die Preise für bestimmte Mineralölprodukte nach diesem Datum, übernimmt der Staat bis zu 75 Prozent des Anstiegs durch eine entsprechende Senkung der Sonderverbrauchsteuer (ÖTV). Nur ein Viertel der Verteuerung soll damit unmittelbar an die Verbraucher weitergegeben werden.

Im umgekehrten Fall, also bei sinkenden Weltmarktpreisen, wird die Steuer entsprechend erhöht und kann bis zu 75 Prozent des Preisrückgangs ausgleichen. Allerdings darf die Steuerbelastung dabei nicht über das Niveau vom 2. März hinaussteigen.

Laut dem Finanz- und Schatzministerium soll dieses Instrument starke Ausschläge bei internationalen Rohölpreisen sowie Wechselkursbewegungen vom Binnenmarkt fernhalten. Das Ziel besteht darin, die Belastungen für private Haushalte zu begrenzen und den Preisdruck auf andere Güter einzudämmen.

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht, wie das System funktioniert: Erhöht sich der Preis eines Produkts um 10 Lira, werden lediglich 2,5 Lira an der Zapfsäule weitergereicht. Die restlichen 7,5 Lira würden durch eine Anpassung der Verbrauchsteuer kompensiert.