Spannungen im Nahen Osten lassen Tourismus in Van einbrechen – Hotelauslastung auf zehn Prozent gesunken

15.03.2026 – 18:00 Uhr

Die jüngsten militärischen Aktionen der USA und Israels gegen den Iran haben weitreichende Folgen für die Wirtschaft in der Osttürkei. In der Grenzprovinz Van, die traditionell ein Hotspot für iranische Touristen ist, ist der Reisesektor nahezu zum Erliegen gekommen. Die Hotelauslastung ist auf teilweise unter zehn Prozent eingebrochen und Tausende Besucher haben die Region vorzeitig verlassen.

Während am Grenzübergang Kapıköy im Bezirk Saray ein anhaltender Strom von Reisenden in Richtung Iran zu verzeichnen ist, bleiben die Straßen der Stadt Van ungewöhnlich leer. Vertreter der Tourismusbranche berichten von einer massiven Stornowelle, die ausgerechnet vor dem bevorstehenden Nowruz-Fest eingesetzt habe. In den vergangenen Jahren war dieses Frühlingsfest stets ein Garant für voll ausgelastete Hotels und Basare.

„Noch im vergangenen Jahr waren unsere Häuser über das Nevruz-Fest komplett ausgebucht. In diesem Jahr haben wir so gut wie keine Buchungen“, sagt Yunus Yüksel, ein erfahrener Hotelier aus Van. „Wir hatten für dieses Jahr mit fast einer Million Besuchern gerechnet. Doch aufgrund der Kriegsgefahr haben die iranischen Bürger keine Reservierungen vorgenommen.“ Üblicherweise buchten iranische Gäste zweiwöchige Urlaube in der Region, um dort zu shoppen und zu entspannen. Aktuell liege die Auslastung zwischen fünf und zehn Prozent.

Die Eskalation zwischen Israel, den USA und dem Iran trifft Van in einer ohnehin wirtschaftlich sensiblen Phase. Neben der Angst um die Sicherheit wirkt sich auch die Währungssituation negativ aus. Wie Yüksel erläutert, hat die türkische Lira im Vergleich zur iranischen Währung massiv an Wert gewonnen, wodurch die Kaufkraft der Gäste geschrumpft ist. „Ein Großteil des Handels in Van hat sich um die iranischen Touristen herum entwickelt. Die Umsätze werden dramatisch einbrechen“, prognostiziert er.

Die Krise hinterlässt bereits erste Spuren in der lokalen Wirtschaft. Laut Branchenkreisen haben einige Hotels bereits geschlossen oder ihr Geschäftsmodell geändert. Geplante Neueröffnungen wurden vorerst auf Eis gelegt. Sollten die Spannungen in der Region weiter anhalten, befürchtet die Tourismusbranche einen kompletten Ausfall der Frühjahrssaison.