ANKARA – Spanien hat einen Vertrag über den Kauf von 30 Einheiten des Hürjet unterzeichnet, des ersten in der Türkei entwickelten einheimischen Jettrainer-Flugzeugs. Der Deal hat ein Volumen von 2,6 Milliarden Euro und wird laut Haluk Görgün, Leiter der türkischen Verteidigungsindustrie, zu den größten Luftfahrt-Exporten des Landes zählen.
Görgün, Präsident der Präsidentschaft für Verteidigungsindustrien (SSB), teilte auf sozialen Medien mit, dass die Lieferungen ab 2028 beginnen sollen.
Der Vertrag umfasst nicht nur den Verkauf der Flugzeuge, sondern auch ein integriertes Trainingssystem für die Ausbildung von Kampfjetpiloten, bodengestützte Simulatoren und Trainingsanlagen, Instandhaltungs- und Wartungsinfrastruktur sowie langfristigen operativen Support.
Mit der Aufnahme des Hürjet in die Bestände eines europäischen NATO-Mitglieds unterstreiche die Türkei die Leistungsfähigkeit ihrer Verteidigungsindustrie in den Bereichen Design, Produktion, Systemintegration, Zertifizierung und Nachhaltigkeit, erklärte Görgün. Er betonte zudem, dass die Türkei damit zunehmend als Hersteller und Exporteur hochentwickelter Luftfahrttechnologie international wahrgenommen werde und die Exporte der türkischen Verteidigungsindustrie eine neue Qualitäts- und Größenschwelle erreichten.
Spanien arbeitet seit Monaten auf eine Hürjet-basierte Modernisierung seines Pilotenausbildungsprogramms hin. Bereits im Mai unterzeichnete Spanien ein Abkommen mit der Türkei über den Import des Jets, und im Oktober genehmigte das Land die Anschaffung eines neuen Ausbildungssystems für Kampfjetpiloten, das eine angepasste Version des Überschalljets umfasst.
Das Hürjet-Projekt startete 2017, und das Flugzeug absolvierte seinen Jungfernflug im April 2023.