Nach Einschätzung der Ratingagentur S&P Global Ratings können die türkischen Banken im Jahr 2026 eine leichte Erholung ihrer Profitabilität verzeichnen. Treiber dieser Entwicklung werden voraussichtlich steigende Zinsmargen sein, so die Analyse in einem neuen Branchenbericht.
„Das Tempo der Margenerholung und damit des kurzfristigen Gewinnwachstums der Banken wird vom Ausmaß und dem Zeitpunkt künftiger Leitzinssenkungen abhängen“, heißt es darin wörtlich. Besonders Institute mit einem hohen Anteil an Fremdkapital in türkischer Lira könnten demnach schneller und stärker profitieren. Dies gelte vor allem für Banken, die verstärkt auf Geldmarktinstrumente mit schnellerer Zinsanpassung oder auf Sichteinlagen setzen.
Laut S&P dürften die Banken weiterhin angemessene Kapitalniveaus halten. Die Agentur warnte jedoch vor anhaltenden Belastungen für die Kreditqualität durch wirtschaftliche Ungleichgewichte. Positiv bewertet der Bericht die gestiegenen Umschuldungsraten bei Auslandsverbindlichkeiten sowie die erwartete Stabilisierung der Dollarisierung der Einlagen auf dem aktuellen Niveau.
Als wesentliche Risiken für diese Prognose nennt S&P die künftige Geldpolitik, innenpolitische Entwicklungen sowie globale geopolitische Faktoren. Explizit erwähnt werden mögliche Eskalationen an den Grenzen zu Syrien und zum Iran sowie Handelsstörungen durch die jüngst verhängten US-Sanktionen gegen iranische Geschäftspartner. Diese Faktoren könnten den Erholungspfad der Finanzbranche gefährden.