In den vergangenen zwölf Jahren hat die Türkei ihren Strommix grundlegend umgebaut. Was 2013 noch bei nahezu null begann, hat sich rasant zur tragenden Säule entwickelt. Die installierte Solarkapazität des Landes hat sich innerhalb dieses Zeitraums um den Faktor 641 erhöht.
Wie das Energieministerium mitteilte, stieg die Leistung der Photovoltaikanlagen bis Ende Januar auf 25.827 Megawatt. Ihr Anteil an der gesamten installierten Kraftwerksleistung kletterte von praktisch null auf knapp 21 Prozent. Damit liegt die Solarenergie inzwischen auf Augenhöhe mit etablierten Energieträgern: Von den insgesamt 123 320 Megawatt Gesamtleistung (Stand: Ende Februar) entfallen 26 Prozent auf Wasserkraft, 19,7 Prozent auf Erdgas, 17,7 Prozent auf Kohle und 12,1 Prozent auf Windkraft.
Noch deutlicher wird der Wandel bei der tatsächlichen Stromerzeugung. Während 2014 lediglich 17 Gigawattstunden aus Solarenergie erzeugt wurden, waren es Ende 2025 bereits 38.069 Gigawattstunden. Allein im Januar deckten die Solaranlagen 4,9 Prozent des Strombedarfs und im Februar bereits 7,1 Prozent.
Mit 39.426 Anlagen – weit mehr als bei Wasserkraft-, Windkraft- oder Gaskraftwerken – setzt das Land zunehmend auf Dezentralität und heimische Ressourcen. Hinter dem Ausbau stehen strategische Ziele: die industrielle Entwicklung, die wachsende Stromnachfrage sowie die Senkung der hohen Kosten fossiler Importe.
Die Regierung hat ihre Klimazusagen mit konkreten Ausbauzielen unterlegt. Bis 2035 sollen 20.000 Megawatt aus Solar- und Windenergie hinzukommen, wofür Investitionen von geschätzt 80 Milliarden Dollar nötig sind. Ein Drittel dieser Ausbauziele wurde bereits in den vergangenen zwölf Monaten umgesetzt. Mit der Klimastrategie „Netto-Null bis 2053” sind jüngste Ausschreibungen (YEKA GES-2025) verbunden, durch die acht Projekte mit einer Gesamtleistung von 650 Megawatt und einem Gesamtvolumen von 102 Millionen Euro gesichert wurden.