Sicherheitsrisiko im Nahen Osten: Türkei setzt Flüge in mehrere Nahost-Länder aus

03.03.2026 – 11:30 Uhr

Nach dem jüngsten Angriff auf den Iran hat die Türkei die Sperrung ihrer Flugverbindungen in mehrere Länder des Nahen Ostens ausgeweitet. Wie Verkehrs- und Infrastrukturminister Abdulkadir Uraloğlu am Freitag in Ankara mitteilte, bleiben die Strecken in den Iran, den Irak, nach Syrien, in den Libanon und nach Jordanien vorerst bis zum 6. März geschlossen. Flüge in die Golfstaaten Katar, Kuwait, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sind sogar nur bis zum 3. März ausgesetzt.

Grund für diese drastischen Maßnahmen sind die zunehmenden Spannungen in der Region. Auslöser war ein Angriff auf iranischem Territorium am 28. Februar, über dessen Hintergründe weiterhin Unklarheit herrscht. In der Folge hatten mehrere Länder ihre Lufträume für den zivilen Verkehr gesperrt oder stark eingeschränkt.

„Die Luftraumsperrungen über dem Iran, Israel, dem Irak, Katar, Bahrain, Kuwait, Jordanien und dem Süden Syriens bestehen fort”, erklärte Uraloğlu. Er verwies auf entsprechende NOTAM-Sicherheitsmeldungen für die Luftfahrt. Während der Luftraum über Oman, Teilen Saudi-Arabiens und dem Libanon demnach offen ist, gelten für die VAE weiterhin Notfallmaßnahmen. Immerhin sollen Fluggesellschaften wie Emirates und Etihad Airways ihren Betrieb ab heute wieder aufnehmen.

Die aktuellen Ereignisse haben mehrere türkische Flugzeuge im Ausland festgesetzt. Wie der Minister weiter ausführte, befinden sich je eine Maschine der staatlichen Turkish Airlines (THY) und des Billigfliegers Pegasus auf dem Flughafen Imam Chomeini in Teheran. Die Besatzungen beider Flugzeuge sind inzwischen im Rahmen eines Evakuierungsplans der türkischen Botschaft in die Heimat zurückgekehrt. Ein weiteres Flugzeug der Tailwind, das an eine irakische Firma verleast wurde, steht im Irak. Die Crew hält sich den Angaben zufolge in Bagdad auf.

Von den Sperren sind neben den großen Linien- und Chartergesellschaften auch Ferienflieger wie SunExpress betroffen. Für die Verbindungen in die Golfstaaten gelten die Annullierungen bis Montag. „Die täglichen Sicherheitsbewertungen sind die Grundlage unserer Entscheidungen”, betonte Uraloğlu. Sollte sich die Sicherheitslage nicht verbessern, seien Verlängerungen der Flugverbote jederzeit möglich. Eine Ausnahme bilden derzeit Saudi-Arabien und Oman: Flüge nach Riad, Dschidda, Medina und Maskat können demnach planmäßig durchgeführt werden.