Die türkische Schokoladenindustrie hat einen neuen Meilenstein erreicht: In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 durchbrachen die Exporte von Schokolade und Kakaoprodukten erstmals die Marke von einer halben Milliarde US-Dollar in einem Halbjahr. Wie aus Daten der Türkischen Exporteursversammlung (TİM) hervorgeht, summierten sich die Ausfuhren in diesem Segment auf genau 501 Millionen US-Dollar.
Damit ist diese Warengruppe die zweitstärkste Exportkategorie innerhalb der gesamten Getreide-, Hülsenfrucht- und Ölsaatenindustrie des Landes. Die übergeordnete Branche erwirtschaftete im selben Zeitraum einen Gesamterlös von 5,85 Milliarden US-Dollar und belieferte 212 Länder und Freizonen.
Mehmet Yıldırım, der Vorsitzende des Komitees für Baklava, Gebäck und Süßwaren der Industriekammer Istanbul (İTO), führt diesen Erfolg auf den kompromisslosen Qualitätsfokus der Branche sowie auf koordinierte internationale Marketingstrategien zurück. Türkische Hersteller hätten in der Schokoladen- und Süßwarenfertigung hohe Standards erreicht und ihre globale Präsenz durch gezielte Messebeteiligungen massiv ausgebaut.
Yıldırım erläutert das Geschäftsmodell: Die Türkei importiert Rohkakao, verarbeitet diesen im Inland und exportiert die fertigen Schokoladen- und Süßwarenerzeugnisse. Auf dieser Basis hat das Land begonnen, eine deutlich stärkere Position im globalen Schokoladenmarkt zu etablieren. Entscheidend für den Aufbau internationaler Marken sind dabei die gleichbleibende Produktqualität und die strikte Einhaltung von Standards.
Die Industrie ist dabei räumlich stark auf die Metropole Istanbul konzentriert. Rund 95 Prozent der exportierenden Unternehmen haben dort ihren Sitz, während die Produktionsstätten unter anderem auch in Gaziantep und Adana betrieben werden.
Ein besonderer Wachstumstreiber ist laut Yıldırım der anhaltende Hype um Schokolade nach „Dubai-Art”. Der Erfolg der Türkei in diesem speziellen Segment wird durch den exzellenten Zugang zu hochwertigen Rohstoffen – insbesondere zu Pistazien aus Antep und Kadayıf-Teig – sowie durch die bereits vorhandenen Stärken in Qualität und Vermarktung maßgeblich begünstigt.