Schärfere Kontrollen: So will die Türkei Gammelfleischskandale verhindern

04.02.2026 – 8:00 Uhr

Die Türkei verschärft die Lebensmittelsicherheit deutlich. Ein neuer Gesetzentwurf des Landwirtschaftsministeriums sieht strengere Auflagen für die gesamte Lebensmittelkette vor, von der Großschlachterei bis zum Restaurant. Kernstück ist ein Doppel-Zulassungssystem für risikoreiche Betriebe.

Betroffen sind vor allem Fleisch- und Milchverarbeitungsbetriebe. Sie erhalten zunächst nur eine „bedingte Zulassung“. Eine dauerhafte Betriebserlaubnis gibt es erst nach erfolgreich absolvierten, verschärften Kontrollen. Betriebe, die die Standards nicht erfüllen, dürfen nicht produzieren.

Transparenz für Verbraucher

Restaurants, Metzgereien und Feinkostläden müssen künftig die Herkunft ihres Fleisches offiziell deklarieren. Über eine Registriernummer auf den Produktetiketten können Verbraucher den Status jedes Betriebes prüfen. „Das stärkt die Transparenz und die öffentliche Kontrolle“, heißt es aus Regierungskreisen.

Auch Bäckereien, Supermärkte und Lieferdienste für Fertiggerichte werden erfasst. Letztere dürfen ohne eine solche Bescheinigung nicht mehr starten. Die Anträge werden geprüft und binnen 15 Tagen folgt eine Vor-Ort-Inspektion.

Lückenlose Dokumentation gefordert

Unternehmen müssen demnach jede Produktionsstufe lückenlos dokumentieren. So können Behörden im Problemfall schnell Herkunft, Zeitpunkt und Ort eines Produkts zurückverfolgen. Zudem müssen Lebensmittelverarbeiter verpflichtend Fachkräfte wie Lebensmitteltechniker oder Tierärzte beschäftigen.

Sogar für Imker gibt es neue Regeln. Die Honigproduktion muss in separaten Bereichen mit ausschließlich dafür vorgesehenen Geräten erfolgen. Alle Hygienemaßnahmen, die Schädlingsbekämpfung und die Mitarbeitergesundheit müssen aufgezeichnet werden und sind kontrollierbar.

Bei Verstößen drohen den Betrieben drastische Konsequenzen. Die Behörden können den Betrieb sofort stilllegen oder die Lizenz entziehen. Der Entwurf liegt derzeit zur Abstimmung vor.