Nach Expertenberechnungen sind die Währungsreserven der türkischen Zentralbank (TCMB) in der feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche erneut gesunken. Das Polster schrumpfte demnach um 1,4 Milliarden US-Dollar auf 158,8 Milliarden Dollar. Dies geht aus einer Berechnung des Finanzdienstleisters Matriks Haber auf Basis von Daten der Notenbank hervor.
Damit setzt sich ein besorgniserregender Trend fort: Es ist die dritte Woche in Folge, in der die Reserven des Landes abnehmen. In der Vorwoche, die am 22. Mai endete, war bereits ein drastischer Einbruch von rund 8,4 Milliarden US-Dollar verzeichnet worden. Zum Vergleich: In der Woche zum 15. Mai hatten die Gesamtreserven noch bei 168,6 Milliarden Dollar gelegen.
Die offiziellen Zahlen der Notenbank stehen noch aus. Aufgrund des islamischen Opferfestes (Kurban Bayramı) verschiebt sich die Veröffentlichung der Daten. Die Statistik für die Woche bis zum 22. Mai wird am Mittwoch, dem 3. Juni, um 14:30 Uhr Ortszeit erwartet. Die aktuellen Zahlen zur Handelswoche bis zum 29. Mai folgen einen Tag später, am Donnerstag, dem 4. Juni.
Durch den anhaltenden Schwund rückt das im Januar dieses Jahres erreichte Rekordniveau in weite Ferne. Am 30. Januar 2026 hatten die Reserven der Zentralbank mit 218,2 Milliarden US-Dollar einen historischen Höchststand erreicht. Seitdem ist das Finanzpolster trotz zwischenzeitlicher Erholungsphasen – etwa einer dreiwöchigen Serie von Anstiegen bis Anfang April – im Mai deutlich unter Druck geraten. Nach einem kurzen Aufschwung Anfang Mai zeigt die Kurve nun seit drei Wochen in Folge nach unten.