Rekordjagd im Fischsektor: Türkische Branche schwimmt auf Erfolgswelle

29.03.2026 – 6:30 Uhr

Die türkische Fischindustrie hat ihre Exporte zu Jahresbeginn auf ein neues Rekordniveau getrieben und damit ihre Ambitionen untermauert, erneut eine Bestmarke aufzustellen. Laut den Ägäischen Exporteursvereinigungen (EİB) wurden in den ersten beiden Monaten 43.000 Tonnen Meeresfrüchte in 93 Länder verkauft.

Mit einem Exportwert von 381,9 Millionen Dollar wurde der Vorjahreszeitraum um 31 Prozent übertroffen. Dies ist der erfolgreichste Start in ein Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Bereits im Jahr 2025 hatte die Branche mit 2,24 Milliarden Dollar ein neues Jahreshoch erzielt.

Als zweitgrößter Aquakulturproduzent und -exporteur Europas hinter Norwegen sowie unter den Top Ten weltweit sieht sich die Branche in einer starken Position. „Ein großer Teil des in Europa konsumierten Fisches stammt aus der Türkei”, sagte Oğulcan Kemal Sagun, Vize-Präsident der Istanbuler Exporteursvereinigung für Fischereierzeugnisse und tierische Produkte (İSHİB). Die vergleichsweise geringe Inlandsnachfrage zwingt die Branche zu einem wachstumsgetriebenen Exportmodell.

Zugpferd der Branche war mit einem Erlös von 121 Millionen Dollar der Wolfsbarsch, gefolgt von Goldbrasse (92 Millionen Dollar), Lachs (64 Millionen Dollar) und Thunfisch (47 Millionen Dollar). Vor allem bei Thunfisch verzeichnete der Sektor mit einem Plus von 155 Prozent das stärkste Wachstum.

Hauptabnehmerland war Russland mit Importen im Wert von 63 Millionen Dollar, gefolgt von Italien (45 Millionen Dollar), den Niederlanden (37 Millionen Dollar), Griechenland (36 Millionen Dollar) und dem Vereinigten Königreich (33 Millionen Dollar).

Vom Forellen- zum Lachsland

Das Segment Lachs entwickelt sich besonders dynamisch. Während Russland im Jahr 2019 noch Forellen im Wert von 31,3 Millionen Dollar aus der Türkei bezog, dominiert inzwischen der Lachs: Im Jahr 2025 beliefen sich die Exporte auf 378,7 Millionen Dollar. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Polen, wo sich der Lachs innerhalb von sechs Jahren von einer unbedeutenden Größe zur tragenden Säule entwickelt hat. In Kanada stiegen die Ausfuhren im gleichen Zeitraum sogar um das 106-Fache.

Sagun führt den Erfolg auf eine spezielle Produktionsweise zurück. „Türkischer Lachs ist natürlicher als seine Konkurrenten aus Norwegen und Chile“, erklärte er. Die Tiere würden bis zu einem Gewicht von 500 Gramm in Süßwasser aufgezogen, bevor sie ins Schwarze Meer verlegt würden. Mit einem Futter nach Weltstandard und einer kontrollierten Umgebung erfülle der Lachs höchste Qualitätskriterien. Bei einer Jahresproduktion von 100.000 Tonnen sieht der Experte noch erhebliches Wachstumspotenzial.