Nach einem Rekordjahr 2025 will die türkische Automobilindustrie ihre Exportführung behaupten und das Ausfuhrvolumen weiter steigern. Wie Baran Çelik, der Vorsitzende des Uludağ-Verbands der Automobilindustrieexporteure (OİB), am Montag erklärte, hat sich der Sektor für 2026 ein Ziel von 43 Milliarden US-Dollar gesetzt. Im vergangenen Jahr hatten die Exporte trotz globaler Unsicherheiten, Nachfrageschwankungen und steigender Kosten bereits einen Höchstwert von 41,5 Milliarden US-Dollar erreicht.
Ursprünglich sei für 2025 ein Ziel von 39 Milliarden Dollar veranschlagt gewesen, das später auf 40 Milliarden Dollar korrigiert worden sei, so Çelik. Die Branche übertraf diese Marke deutlich. Als Gründe für den Erfolg nannte er die breite Produktionspalette. Besonders die Stärke bei Nutzfahrzeugen und die wachsenden Fähigkeiten der Zulieferindustrie, insbesondere im Aftermarket-Bereich, seien entscheidend gewesen.
Die Automobilbranche ist seit 19 der letzten 20 Jahre Exportmeister der Türkei und wird laut Çelik auch 2026 ihre Spitzenposition verteidigen. Das Ziel von 43 Milliarden Dollar bedeute ein umsichtiges Wachstum von etwa vier Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Laut Çelik verzeichneten im Jahr 2025 alle Teilsegmente Zuwächse. Die Zulieferindustrie, die um sechs Prozent wuchs, hat weiterhin die größte Bedeutung. Sie stellt inzwischen rund 40 Prozent der Autoexporte. Pkw legten um vier Prozent zu. Besonders dynamisch entwickelten sich die Nutzfahrzeuge: leichte Nutzfahrzeuge (+28 Prozent), Busse und Minibusse (+30 Prozent) sowie Lkw (+54 Prozent). Damit hat sich die Türkei zu einem der führenden Produzenten für leichte Nutzfahrzeuge in Europa entwickelt und rangiert je nach Jahr auf Platz eins oder zwei.
Insgesamt wuchs der Sektor im Jahr 2025 um 11,6 Prozent und erreichte den höchsten jemals erzielten Jahresexportwert. Çelik betonte zudem den Wandel der Zulieferindustrie. Diese beschränke sich längst nicht mehr auf die Teilefertigung, sondern sei in Forschung, Entwicklung, Design und allen Innovationsstufen aktiv. In diesem Feld sind Tausende wettbewerbsfähige Exportunternehmen tätig. Das Exportvolumen der Zulieferer allein übersteigt bereits die Gesamtexporte vieler anderer Wirtschaftszweige des Landes.