Preisschub am Bosporus: Inflation in Istanbul zieht deutlich an

04.05.2026 – 8:00 Uhr

Istanbul – Die Inflation in der türkischen Millionenmetropole hat sich im April spürbar beschleunigt. Wie aus Daten der Istanbuler Handelskammer (ITO) hervorgeht, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat um 3,74 Prozent. Im März hatte der Anstieg noch bei 2,97 Prozent gelegen.

Auf Jahressicht bleibt die Teuerung auf hohem Niveau, auch wenn sie leicht zurückging: Die jährliche Inflationsrate sank von 37,86 Prozent auf 36,83 Prozent.

Besonders stark verteuerten sich im April Kleidung und Schuhe mit einem Plus von 11,09 Prozent. Auch Wohnen (8,8 Prozent) sowie Kommunikationsdienste (6,49 Prozent) verzeichneten deutliche Preisanstiege. Lebensmittel und alkoholfreie Getränke legten um 2,57 Prozent zu.

Weitere Bereiche wie Haushaltswaren (2,36 Prozent), Gesundheit (1,83 Prozent) sowie Gastronomie und Hotels (1,58 Prozent) zogen ebenfalls an. Alkohol und Tabak verteuerten sich um 0,87 Prozent, während Transportkosten moderat um 0,48 Prozent stiegen. Einziger Bereich mit leichtem Rückgang war Freizeit und Kultur mit minus 0,12 Prozent.

Als Hauptgründe gelten saisonale Effekte – insbesondere im Bekleidungssektor – sowie staatlich beeinflusste Preisanpassungen etwa bei Wohn- und Kommunikationskosten. Auch marktbedingte Veränderungen bei Lebensmitteln trugen zur Entwicklung bei.

Die landesweiten Inflationszahlen für April will das türkische Statistikamt am 4. Mai veröffentlichen. Ökonomen rechnen laut einer Umfrage im Schnitt mit einem monatlichen Anstieg von 3,19 Prozent – nach 1,94 Prozent im März.