Preisexplosion bremst Flächenhunger – Ausländer setzen auf kompakte Immobilien

13.01.2026 – 6:30 Uhr

Die steigenden Immobilienpreise verändern den türkischen Markt spürbar – und zwar nicht nur für einheimische Käufer. Auch ausländische Investoren passen ihr Verhalten an und entscheiden sich zunehmend für kleinere Wohneinheiten. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Bewertungsunternehmens EVA Real Estate Valuation hervor.

Demnach sank das von Ausländern erworbene Immobilienvolumen im Jahr 2025 um 16 Prozent. Insgesamt wechselten Immobilien mit einer Fläche von rund 1,19 Millionen Quadratmetern in ausländischen Besitz. Gleichzeitig stieg die Zahl der abgeschlossenen Kaufverträge leicht um ein Prozent. Fachleute werten dies als Hinweis darauf, dass Investoren zwar vorsichtiger agieren, ihre Nachfrage jedoch nicht grundsätzlich zurückfahren, sondern auf kleinere Objekte ausweichen.

Untersucht wurden ausländische Immobilienkäufe der vergangenen zwei Jahre mit Fokus auf die zehn wichtigsten Herkunftsländer sowie die zehn meistgefragten Provinzen. Beim insgesamt erworbenen Flächenumfang lag Saudi-Arabien an der Spitze. Es folgten Deutschland, der Irak, Russland, Aserbaidschan, der Iran, Afghanistan, die Ukraine, Kasachstan und China.

Ein anderes Bild zeigt sich bei der Anzahl der Transaktionen. Hier behauptete Russland auch 2025 seine führende Position. Dahinter rangierten der Iran und die Ukraine, gefolgt von Deutschland, dem Irak und Aserbaidschan. China, Kasachstan, Saudi-Arabien und Afghanistan komplettierten die Rangliste.

Die Ergebnisse verdeutlichen einen strukturellen Wandel auf dem türkischen Immobilienmarkt. Trotz hoher Preise bleibt das Interesse aus dem Ausland stabil. Investoren reagieren jedoch zunehmend flexibel und setzen verstärkt auf kompaktere und leichter finanzierbare Immobilien. Branchenbeobachter sehen darin eine Anpassung an die veränderten Marktbedingungen, jedoch keinen Rückzug aus der Türkei als Investitionsstandort.