Preise explodieren: Türkische Käufer zahlen jetzt schon für kommende Zoll-Abschaffung

21.01.2026 – 6:30 Uhr

Der Online-Handel in der Türkei steht vor einer deutlichen Verteuerung. Bereits Wochen vor Inkrafttreten der Entscheidung der Regierung, Zollbefreiungen für niedrigpreisige Importe abzuschaffen, schnellen die Preise für viele Produkte in die Höhe.

Ab Februar werden private Bestellungen mit einem Wert unter 30 Euro (rund 1.500 Türkische Lira) nicht mehr von Zollgebühren befreit sein. Diese Neuregelung geht auf einen Präsidialerlass von Staatschef Recep Tayyip Erdoğan vom 6. Januar zurück und tritt 30 Tage nach der Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft. Die Umsetzung obliegt dem Handelsministerium.

Bereits jetzt, vor dem offiziellen Start, berichten Verbraucher von drastischen Preiserhöhungen – teils um das Zwei- bis Dreifache – für bestimmte Online-Produkte. Vergleiche in den sozialen Medien zeigen, dass identische Artikel bei denselben Händlern erheblich teurer geworden sind. Besonders betroffen sind Sonnenbrillen, Kopfhörer, Handy-Zubehör und Küchenartikel, wie aus zahlreichen Meldungen hervorgeht.

Das Handelsministerium reagierte auf die Vorwürfe der unzulässigen Preistreiberei. Waren, die unrechtmäßig verteuert würden, könnten gesperrt werden, hieß es. Den Verkäufern drohen administrative Geldstrafen von bis zu 1,8 Millionen Lira.

Die Regelung betrifft nicht nur Konsumgüter, sondern auch technische Bauteile und Geräte, die für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten importiert werden. Vertreter der regierenden AKP ließen jedoch Durchbrüche offen. In Ausnahmefällen mit eindeutigem technologischem Bedarf könne eine Neubewertung erfolgen. Dies deutet auf eine mögliche Flexibilität bei der Anwendung der neuen Vorschriften hin.