Preis-Notbremse gezogen: Türkei stoppt Hähnchen-Exporte vor Ramadan

10.02.2026 – 7:00 Uhr

Das türkische Handelsministerium hat einen vorübergehenden Exportstopp für Hühnerfleisch verhängt. Grund dafür sind laut dem Ministerium ungerechtfertigte Preiserhöhungen von bis zu 15 Prozent im Vorfeld des muslimischen Fastenmonats Ramadan, durch die die Verbraucher belastet werden. Mit der Maßnahme sollen der heimische Markt stabilisiert und die Bürger vor ausbeuterischen Praktiken geschützt werden.

Parallel dazu kündigten das Handels- und das Land- und Forstwirtschaftsministerium eine Intensivierung der Lebensmittelkontrollen im ganzen Land an. Die Überwachungsaktionen erfolgen unter Koordination beider Häuser zeitgleich in allen 81 Provinzen. Im Fokus stehen Supermärkte, Ketten, Groß- und Einzelhändler sowie Orte des Massenkonsums.

Handelsminister Ömer Bolat betonte, die verschärften Kontrollen dienten dem Verbraucherschutz und der Sicherstellung eines fairen Handels. Sein Kabinettskollege, Landwirtschaftsminister İbrahim Yumaklı, erklärte, dass die Inspektionen bei Mehl, Backwaren, Fleisch, Milch und Eiern ausgebaut würden, um den Zugang zu sicheren und zuverlässigen Lebensmitteln während des Ramadan zu gewährleisten. Die landesweit koordinierte Aktion zielt darauf ab, Preistreiberei, Hortung und überhöhte Preisaufschläge bei Grundnahrungsmitteln zu verhindern.

Statistiken der Behörde TÜİK belegen jedoch eine steigende Produktion: So stieg die Hühnerfleischproduktion im November des vergangenen Jahres im Vorjahresvergleich um 7,9 Prozent auf rund 234.000 Tonnen. Die Eierproduktion legte um 3,4 Prozent auf 1,77 Milliarden Stück zu. In den ersten elf Monaten des Jahres 2023 wuchs die Geflügelfleischproduktion insgesamt um 11,9 Prozent auf 2,54 Millionen Tonnen. Trotz dieses Angebotswachstums kam es zu den als „unhaltbar“ bewerteten Preissprüngen.