Die türkische Tourismusbranche gerät unerwartet unter Druck. Auslöser ist der Krieg im Iran, der zu einer spürbaren Verunsicherung bei Reisenden führt. Nachdem im Jahr 2025 mit mehr als 64 Millionen Besuchern und Umsätzen von 56 Milliarden Euro ein Rekordjahr verzeichnet wurde, verzeichnen Reiseveranstalter und Hoteliers aktuell einen massiven Rückgang an Buchungen. Laut Branchenkreisen sei eine regelrechte Stornierungswelle im Gange, einzelne Vertreter sprechen sogar von einem „kompletten Stillstand“.
Besonders stark betroffen sind die östlichen und südöstlichen Landesteile. Hier machen sich die Auswirkungen des Konflikts unmittelbar bemerkbar. Normalerweise reisen jährlich Millionen iranische Urlauber in die Türkei – in diesem Jahr bleiben sie nahezu vollständig aus. Allein in dieser Gruppe fehlen Schätzungen zufolge etwa eine Million Reisende. Hotels, lokale Händler und Reiseanbieter in der Region verzeichnen dadurch empfindliche Einbußen – und das mitten in der Hauptsaison.
Klassische Tourismuszentren wie Antalya, Bodrum oder Istanbul gelten laut Brancheninformationen weiterhin als sicher. Buchungen aus Deutschland und Russland blieben dort bislang stabil. Dennoch zeigt sich auch an der Westküste eine zunehmende Zurückhaltung. Experten warnen, dass bei einem anhaltenden Konflikt ganze Urlauberströme umgeleitet werden könnten – etwa nach Spanien oder Griechenland.
Erste Verlagerungen sind bereits zu beobachten. So ist etwa auf Mallorca die Nachfrage nach hochpreisigen Ferienimmobilien kurz nach Kriegsausbruch deutlich gestiegen. Laut Immobilienmaklern haben zahlreiche deutsche, österreichische, amerikanische und Schweizer Kunden ihre geplanten Aufenthalte in Golfstaaten wie Dubai abgesagt und stattdessen luxuriöse Fincas auf der Baleareninsel gebucht. Die Verschiebung betrifft vor allem das gehobene Preissegment.