Pizza Hut weltweit verkauft – Zukunft der geschlossenen Filialen in der Türkei bleibt offen

14.09.2026 – 6:35 Uhr

Der globale Restaurantkonzern Yum! Brands hat den Verkauf seiner Pizza-Sparte Pizza Hut vollständig abgeschlossen. Wie das Unternehmen mitteilte, wurden die außerhalb Festlandchinas liegenden Geschäftsaktivitäten für rund 1,5 Milliarden US-Dollar an die Investmentgesellschaft LongRange Capital übertragen. Zusammen mit dem bereits Anfang August vollzogenen Verkauf der China-Sparte an Yum! China Holdings für 1,2 Milliarden Dollar beläuft sich das Gesamtvolumen der Transaktion auf 2,7 Milliarden Dollar.

Mit dem Abschluss der Transaktion zieht sich der Fast-Food-Riese aus dem operativen Pizza-Geschäft zurück und will sich künftig auf seine Kernmarken KFC, Taco Bell und Habit Burger Grill konzentrieren. Konzernchef Chris Turner erklärte, Yum! Brands werde als „fokussierteres Unternehmen“ agieren und sehe erhebliche globale Wachstumschancen für das verbleibende Markenportfolio. Die Vereinbarung umfasst zudem mögliche erfolgsabhängige Zusatzzahlungen an Yum! Brands von bis zu 75 Millionen Dollar bis zum Jahr 2030.

Ungewisse Zukunft für den türkischen Markt

Besondere Aufmerksamkeit erhält der milliardenschwere Eigentümerwechsel mit Blick auf die Türkei. Dort wurden die Pizza-Hut- und KFC-Filialen bereits im Jahr 2025 flächendeckend geschlossen, nachdem der lokale Franchisenehmer İş Gıda AŞ seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachgekommen war. Brands die Lizenzverträge fristlos gekündigt hatte. Insgesamt stellten damals 537 Restaurants ihren Betrieb ein.

In türkischen Medien kursieren seitdem immer wieder Spekulationen über eine mögliche Rückkehr der Marken – sei es durch ein neues Franchisemodell oder einen anderen Partner. Eine verbindliche Zeitschiene für einen Markteintritt gibt es jedoch weiterhin nicht. Der nun vollzogene globale Verkauf der Pizza-Hut-Sparte an einen Finanzinvestor wirft zusätzliche Fragen auf. Ob LongRange Capital an einem Neustart in der Türkei interessiert ist und unter welchen Bedingungen dieser erfolgen könnte, ist zunächst unklar.

Der neue Eigentümer, die in Connecticut ansässige Beteiligungsgesellschaft LongRange Capital, übernimmt mit dem Deal die Verantwortung für sämtliche Pizza-Hut-Aktivitäten außerhalb Chinas. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass sich der Investor zunächst auf die Stabilisierung der profitablen Kernmärkte konzentrieren wird. Für ehemalige Hochburg-Märkte wie die Türkei bedeutet dies möglicherweise eine längere Wartezeit.

An dem Verkaufsprozess waren mehrere internationale Finanz- und Rechtsberatungen beteiligt, darunter Goldman Sachs, Barclays sowie die Anwaltskanzleien Weil, Gotshal & Manges, Baker McKenzie und Mayer Brown. Der Konzern Yum! Brands ist eigenen Angaben zufolge in 151 Ländern und Territorien aktiv.