Ankara – Ökonomen gehen davon aus, dass die Türkische Zentralbank im Januar weitere Zinssenkungen vornehmen wird, gestützt auf die Inflationszahlen für Dezember.
Laut offiziellen Angaben des Türkischen Statistischen Instituts (TÜİK) vom 5. Januar sank die Jahresinflation in der Türkei im Dezember auf 30,89 Prozent, nach 31,07 Prozent im November. Auf Monatsbasis stiegen die Preise um 0,89 Prozent, leicht über dem Wert von 0,87 Prozent im Vormonat.
Das Gremium für Geldpolitik (MPC) der Zentralbank wird am 22. Januar über den Leitzins entscheiden. Bei der letzten Sitzung am 11. Dezember hatte die Bank den Ein-Wochen-Repo-Satz von 39,5 auf 38 Prozent gesenkt.
Ökonomen der ING erklärten, die Dezember-Zahlen könnten die Zentralbank ermutigen, die Zinssenkungen um 150 Basispunkte fortzusetzen. Gleichzeitig könnten anhaltende Inflationsrisiken zu einer vorsichtigeren Senkung von nur 100 Basispunkten führen. Der Wechselkurs dürfte die Entinflation weiterhin unterstützen.
Die Analysten wiesen zudem darauf hin, dass der Mindestlohn um 27 Prozent erhöht wurde. Eine Studie der Zentralbank zeigt, dass eine 1-prozentige nominale Lohnerhöhung die Verbraucherpreis-Inflation (CPI) im ersten Quartal um 0,06-0,08 Punkte und über ein Jahr um 0,08-0,12 Punkte ansteigen lässt. ING schätzt, dass dies den Verbraucherpreisanstieg um 2,2 bis 3,2 Prozentpunkte beeinflussen könnte.
Die Ökonomen erwarten für 2026 eine Inflation von 22 Prozent mit deutlichen Aufwärtsrisiken.
Auch Analysten der BBVA sehen die niedrigeren als erwarteten Inflationszahlen im Dezember als Möglichkeit für die Zentralbank, die Leitzinsen weiter zu senken. Sie rechnen mit einer ähnlichen Senkung um 150 Basispunkte im Januar, sehen aber weiterhin Einschränkungen aufgrund der Herausforderungen für die Entinflation.