OECD sieht Türkei in zentraler Rolle bei Versorgung mit kritischen Rohstoffen

10.05.2026 – 6:30 Uhr

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stuft die Türkei im globalen Wettlauf um die Rohstoffe der Zukunft als strategischen Schlüsselakteur ein. Das Land verfügt nicht nur über bedeutende eigene Vorkommen, sondern kontrolliert durch seine geografische Lage auch zentrale Versorgungswege für die grüne Transformation der Weltwirtschaft.

Marion Jansen, Direktorin für Handel und Landwirtschaft bei der OECD, bezeichnete die Türkei im Gespräch mit der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu als „wichtigen Akteur im Bereich der kritischen Mineralien“. Insbesondere die dominierende Marktstellung bei der Versorgung mit Bor sowie die erheblichen Reserven an Seltenen Erden verschaffen Ankara einen entscheidenden Vorteil.

Angesichts fragiler Lieferketten und wachsender Exportbeschränkungen, die international für Nervosität unter Investoren sorgen, rückt die Türkei ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Jansen unterstrich, dass das Land einzigartig positioniert sei, um zur Diversifizierung dieser anfälligen Netzwerke beizutragen. Als natürliches logistisches Scharnier zwischen Ost und West mache die „extrem günstige“ geografische Lage die Türkei zu einer unverzichtbaren Drehscheibe für den Transit von Rohstoffen, die für Elektrofahrzeuge und erneuerbare Energietechnologien essenziell sind.

Neben den geologischen und geografischen Vorzügen lobte die OECD-Direktorin ausdrücklich die proaktive Diplomatie Ankaras. Die türkische Regierung bringe kontinuierlich unterschiedliche Interessengruppen an einen Tisch, um die Sicherheit der globalen Lieferketten zu erhöhen. Damit unterstreicht die Türkei ihren Anspruch, im Schatten der großen Player eine tragende Säule der neuen Energiearchitektur zu sein.