Die Stadtverwaltung Istanbuls hat einen drastischen Kurswechsel in der Lebensmittelüberwachung angekündigt. Unter dem Motto „Null Toleranz bei der Lebensmittelsicherheit“ sollen alle Restaurants, Imbissbuden, Straßenhändler und Großbetriebe in der Megacity künftig schärfer kontrolliert werden. Dies geht aus einem umfassenden Rundschreiben der Provinzverwaltung hervor, das an alle Bezirksgemeinden und zuständigen Behörden gesendet wurde.
Kamera-Überwachung und Lizenzzwang für Straßenverkäufer
Zu den konkreten Neuregelungen gehört eine strikte Lizenzpflicht für alle mobilen Verkaufsstände und Straßenverkäufer. Ohne eine behördliche Genehmigung, die nur nach gründlicher Prüfung erteilt wird, ist der Betrieb künftig verboten. Bereits lizenzierte Händler werden fortlaufend überwacht. Zudem müssen alle Betriebe, die Lebensmittel produzieren oder verkaufen, in ihren Arbeitsbereichen Kamerasysteme installieren. Die Aufzeichnungen sind mindestens 30 Tage lang aufzubewahren.
Strengere Auflagen für Schädlingsbekämpfung
Die Kontrollen bei Schädlingsbekämpfungsfirmen und den Betrieben, die deren Dienstleistungen in Anspruch nehmen, werden besonders intensiviert. Verstöße gegen die geltende Biozid-Verordnung sollen nicht nur mit Verwaltungsmaßnahmen durch die Gesundheitsdirektionen geahndet werden, sondern können auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Geschäfte bei Verstößen sofort schließen
Die Provinzverwaltung kündigt ein entschlossenes Vorgehen bei Verstößen an: Betriebe, die gegen Hygienevorschriften verstoßen, sollen umgehend von der Kommunalpolizei versiegelt werden. Sicherheitskräfte, darunter auch Stadtwachen, werden kontrollieren, ob diese Siegel unbefugt entfernt werden. Wird ein geschlossener Betrieb dennoch weiter betrieben, werden Strafanzeigen gegen die Verantwortlichen erstattet.
Schnelle Reaktion bei Verdacht auf Lebensmittelvergiftung
Für den Fall von Lebensmittelvergiftungen wurde ein neues Notfallprotokoll eingeführt. Unter der Leitung eines Vizegouverneurs soll das Sicherheits- und Notfallkoordinationszentrum (GAMER) einen schnellen Informationsaustausch und koordinierte Maßnahmen der Behörden sicherstellen.
Die Verwaltung rief alle Institutionen zu verstärkten Kontrollen und enger Zusammenarbeit auf. Gegen Betriebe, die durch mangelnde Hygiene die öffentliche Gesundheit gefährden, sollen „alle notwendigen rechtlichen Schritte“ eingeleitet werden. Bei der Umsetzung der Maßnahmen würden „keine Nachlässigkeiten geduldet“. Das Ziel besteht darin, lebensmittelbedingte Erkrankungen zu verhindern und den Gesundheitsschutz in der Metropole mit über 15 Millionen Einwohnern deutlich zu stärken.