Niedrige Verschuldung macht Türkei krisenfester – Şimşek warnt vor globalen Risiken

24.10.2026 – 6:30 Uhr

Finanzminister Mehmet Şimşek schätzt, dass die Türkei von ihrer vergleichsweise niedrigen Staatsverschuldung profitiert. Auf dem 19. Verona Eurasian Economic Forum in Istanbul erklärte er am 22. Oktober, die geringe Schuldenlast stärke die Widerstandsfähigkeit des Landes gegenüber wirtschaftlichen Schocks und unterstütze nachhaltiges Wachstum. Die Weltwirtschaft befinde sich derzeit in einer schwierigen Phase, die von Volatilität und Unsicherheit geprägt sei.

Der aktuelle Energieversorgungsschock sei siebenmal so groß wie der Schock des Jahres 2022, so der Minister. Als weitere Belastung nannte er die hohe weltweite Verschuldung: Die Gesamtschulden überstiegen 300 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung, in den Schwellenländern liege die Quote bei mehr als 230 Prozent. Die Türkei sei aufgrund ihrer vergleichsweise niedrigen Schuldenlast besser in der Lage, auf Schocks zu reagieren. So betrage das Haushaltsdefizit der Türkei gemessen am Bruttoinlandsprodukt etwa die Hälfte des Durchschnitts der Schwellenländer und die öffentliche Schuldenquote rund ein Drittel des entsprechenden Durchschnittswerts.

Laut Şimşek wird die türkische Wirtschaft in diesem Jahr zu aktuellen Wechselkursen ein Volumen von rund 1,8 Billionen US-Dollar erreichen, nach Kaufkraftparität etwa 4 Billionen Dollar. Er verwies zudem auf die große Bevölkerung und die leistungsfähige Infrastruktur des Landes. Die hohe Inflation bleibe jedoch eine Herausforderung, wobei die Regierung umfassende Maßnahmen zu deren Senkung verfolge. Präsident Recep Tayyip Erdoğan und sein Wirtschaftsteam sind unternehmensfreundlich eingestellt und unterstützen in der Türkei tätige Firmen. „Wenn Sie sich entscheiden, Ihr Geschäft ganz oder teilweise in der Türkei zu betreiben, möchten wir Sie unterstützen”, sagte Şimşek.