Der türkische Automarkt zeigt im ersten Halbjahr ein klares Bild – und das ist buchstäblich grau. Laut aktuellen Zahlen des Türkischen Statistikinstituts (TÜİK) entscheiden sich die meisten Käufer für unauffällige Farben und Marken. Die Neuzulassungen brachen unterdessen zweistellig ein.
Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 962.739 Fahrzeuge neu zugelassen, was einem Rückgang von 11,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Davon entfielen 456.050 Einheiten auf Personenkraftwagen.
Die Herrschaft des Graus: Farbe schlägt Charakter
Bei der Farbwahl dominiert eine Nüchternheit, wie sie Statistiker selten beobachten: 190 529 Neuwagen – und damit die absolute Mehrheit – waren grau lackiert. Mit großem Abstand folgen die Farben Weiß mit 117.004 und Schwarz mit 54.144 Zulassungen.
Farbtupfer im Straßenbild bleiben die seltene Ausnahme: Immerhin 25.379 Autos rollten in Grün vom Band, gefolgt von 14.634 roten Modellen. Für Exoten wie Orange (1 576) oder gar Gelb (1 370) entschieden sich nur wenige Optimisten.
Renault verteidigt die Spitze – mit überraschend klarem Vorsprung
Noch eindeutiger ist das Votum bei den Herstellern. Hier führt kein Weg an Renault vorbei. Von Januar bis Juni wurden 15.136 Franzosen aus heimischer Produktion oder Import zugelassen. Das ist fast dreimal so viel wie der nächste Verfolger, Hyundai, mit 5 248 Einheiten.
Die Plätze im oberen Mittelfeld sind hart umkämpft: Volkswagen sicherte sich mit 4 908 Zulassungen Rang drei, dicht gefolgt von Fiat mit 4 791 Neuwagen.
Die Botschaft des türkischen Marktes ist damit eindeutig: Die Kunden greifen bevorzugt zu erschwinglichen, bewährten Marken und lassen modische Experimente – ob bei der Farbe oder bei Nischenherstellern – weitgehend links liegen.