Die türkische Zentralbank steht vor ihrer zweiten Zinsentscheidung des Jahres – und das inmitten wachsender globaler Spannungen. Der geldpolitische Rat (MPC) kommt am Mittwoch, dem 12. März, zusammen, um über den Leitzins zu beraten.
Die Mehrheit der Beobachter rechnet mit einer Fortsetzung des restriktiven Kurses. Analysten prognostizieren, dass der wichtige Ein-Wochen-Reposatz bei 37 Prozent belassen wird. Ursprünglich hatten Experten vor Ausbruch der Kampfhandlungen im Nahen Osten mit einer ersten Lockerung gerechnet und eine Senkung um 50 bis 100 Basispunkte erwartet.
Ende Januar hatte der MPC überraschend moderat den Zins von 38 auf 37 Prozent gesenkt – ein deutlich kleinerer Schritt als die von vielen Marktteilnehmern erwartete Reduzierung um 1,5 Prozentpunkte.
Finanzminister Mehmet Şimşek zeigte sich zuversichtlich, dass die aktuellen externen Schocks beherrschbar bleiben. Die Wirtschaftsbehörden verfolgten die Entwicklungen aufmerksam und würden bei Bedarf Gegenmaßnahmen ergreifen. Die aktuellen Preistendenzen am Öl-Terminmarkt deuteten laut Şimşek in einer Stellungnahme vom Sonntag darauf hin, dass die jüngste Preisrallye nur vorübergehender Natur sei.
Die Sitzung findet vor dem Hintergrund zunehmender Unsicherheiten statt. Der eskalierende Konflikt in der Region belastet die Märkte und treibt die Energiepreise in die Höhe, wodurch sich der innenpolitische Druck auf die Notenbank erhöht. Die Währungshüter um Gouverneur Fatih Karahan stehen vor der Herausforderung, die hohe Inflation zu bekämpfen, ohne die Konjunktur angesichts der geopolitischen Risiken abzuwürgen.
Die nächste Gelegenheit für eine Zinsanpassung bietet sich dem MPC am 22. April.