Der türkische Fiskus verschärft den Druck auf vermögende Steuerpflichtige. Im Rahmen eines groß angelegten Kontrollprogramms werden 16.300 Bürger demnächst Post von der Steuerfahndung erhalten. Die Betroffenen stehen im Verdacht, trotz auffällig hoher Ausgaben keine oder eine unzureichende Steuererklärung abgegeben zu haben.
Wie aus dem Finanzministerium verlautete, handelt es sich um die zweite Phase des Programms zur „Überwachung und Anpassung von Einkommensgruppen” der Steuerprüfungsbehörde VDK. Ziel ist es, die offiziell deklarierten Einnahmen mit dem tatsächlichen Lebensstil abzugleichen.
In der ersten Phase standen demnach Anteilseigner großer Unternehmen im Fokus, die einen luxuriösen Lebensstil pflegen, ohne entsprechende Einkünfte zu versteuern, oder bei denen ein Missverhältnis zwischen gemeldetem Verdienst und ihren Ausgaben besteht. Sie werden offiziell vorgeladen, um ihre steuerlichen Verpflichtungen zu klären.
Darüber hinaus richtet sich die Aktion auch an Personen ohne Firmenhintergrund, die durch auffälligen Konsum in Erscheinung treten, beispielsweise durch den Erwerb von Luxusautos, Immobilien, Schmuck, Designermode, Yachten oder exklusiven Veranstaltungstickets. Können diese Ausgaben durch das angegebene Einkommen nicht plausibel erklärt werden, drohen Nachzahlungen.
Bereits im Jahr 2025 war das Programm in einer ersten Welle gestartet. Damals wurden 10.000 Großaktionäre überprüft, die für die Jahre 2023 und 2024 keine Einkommensteuererklärung abgegeben hatten. Die Folge war eine kollektive Steuermehrleistung von 15 Milliarden Türkischen Lira.