Neue “Bürgereinkommen”-Pläne: Türkei will Geringverdiener gezielt unterstützen

02.03.2026 – 12:00 Uhr

Die Regierung in Istanbul steht kurz vor der Einführung eines neuen Sozialhilfeprogramms für Haushalte mit sehr niedrigem Einkommen. Das unter dem Begriff „Bürgereinkommen“ diskutierte Modell soll Familien finanziell absichern, deren Einnahmen unter ein festgelegtes Mindestniveau fallen.

Ziel des Programms ist es, die Differenz zu einem definierten Existenzminimum durch monatliche Zuschüsse auszugleichen. Anspruchsberechtigt wären Haushalte, deren gesamtes Monatseinkommen weniger als ein Drittel des Nettomindestlohns beträgt. Nach aktuellem Stand entspricht diese Einkommensgrenze 9.358 Türkischen Lira (rund 213 US-Dollar).

Die Unterstützung soll sich prozentual am Mindestlohn orientieren. Medienberichten zufolge werden derzeit drei Varianten geprüft. In der großzügigsten Option ist eine direkte Bargeldzahlung in Höhe von 20 Prozent des Mindestlohns vorgesehen. Hinzu kämen Wohnkostenhilfen von 15 Prozent – etwa für Strom, Erdgas, Miete und Heizung – sowie zusätzliche fünf Prozent zur Unterstützung von Kindern.

Alternativmodelle sehen eine Reduzierung des Bargeldanteils auf 17 oder 15 Prozent des Mindestlohns vor. Die Wohnbeihilfen würden entsprechend angepasst, während die Kinderkomponente unverändert bliebe.

Sämtliche Leistungen sollen über eine einheitliche Sozialkarte ausgezahlt werden. Ein Teil des Betrags könnte in bar abgehoben werden, der Rest wäre zweckgebunden für den Kauf grundlegender Güter wie Lebensmittel oder Reinigungsprodukte vorgesehen – teilweise zu vergünstigten Preisen.

Anträge sollen online über das staatliche E-Government-Portal gestellt werden. Bewilligte Haushalte würden monatlich überprüft, um sicherzustellen, dass die Anspruchsvoraussetzungen weiterhin erfüllt sind.

Mit dem Vorhaben reagiert die Regierung auf die anhaltenden wirtschaftlichen Belastungen vieler Familien und will gezielt jene unterstützen, die unterhalb der Armutsgrenze leben.