NATO-Generalsekretär Rutte lobt türkische Rüstungsindustrie bei Besuch in Ankara

23.04.2026 – 19:00 Uhr

NATO-Generalsekretär Mark Rutte würdigte die türkische Rüstungsindustrie als Vorbild für das gesamte Verteidigungsbündnis und betonte zugleich die angespannte Sicherheitslage an der Südostflanke der Allianz. Bei einem Besuch der ASELSAN-Anlagen in der Hauptstadt Ankara am Dienstag sprach Rutte von einer regelrechten „Revolution” in der türkischen Verteidigungsindustrie der letzten Jahre.

„Wir können viel von dem lernen, was die Türkei hier leistet“, erklärte der NATO-Generalsekretär während der Werksbesichtigung. Angesichts einer zunehmend gefährlicheren Weltlage sei diese Entwicklung dringend notwendig. „Das bedeutet, dass wir starke Verteidigungsstrukturen brauchen, um unsere Sicherheit zu schützen“, so Rutte wörtlich. Er unterstrich, das Bündnis werde alles Notwendige tun, um seine Mitglieder zu verteidigen.

Diese Äußerungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, in dem die Spannungen mit dem benachbarten Iran steigen. Rutte verwies konkret auf vier separate Vorfälle in den vergangenen Wochen, bei denen NATO-Kräfte ballistische Raketen abgefangen hätten, die aus dem Iran kommend auf türkischen Luftraum zusteuerten. „Der Iran verbreitet Terror und Chaos, und das spürt man hier in der Türkei ganz besonders deutlich“, sagte Rutte.

Als Reaktion auf die anhaltende Bedrohung hatte die NATO bereits die Verlegung eines zusätzlichen Patriot-Flugabwehrsystems auf den Luftwaffenstützpunkt Incirlik im Süden der Türkei veranlasst. Rutte betonte die Handlungsfähigkeit des Bündnisses: „Die NATO ist auf solche Bedrohungen vorbereitet und wird stets das Notwendige tun, um die Türkei und alle anderen Verbündeten zu schützen.“ Er fügte hinzu, dass dies nur gemeinsam gelingen könne.

Die Türkei, die als NATO-Mitglied eine direkte Grenze zum Iran teilt, war vor der jüngsten Waffenruhe im Nahen Osten weitgehend von jener Form der Vergeltung verschont geblieben, die andere Länder der Region durch Teheran erfahren hatten.

Der Besuch Ruttes dient unter anderem der Vorbereitung des für Juli in Ankara geplanten Gipfeltreffens der NATO-Staats- und Regierungschefs. Im weiteren Verlauf des Tages wird der NATO-Generalsekretär zu politischen Gesprächen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan zusammentreffen.