Die türkische Luftfahrtbranche verzeichnet einen weiteren schweren Rückschlag: Das traditionsreiche Charterflugunternehmen Onur Air Taşımacılık A.Ş. ist offiziell insolvent. Das zuständige Handelsgericht in Istanbul ordnete am Donnerstag die Eröffnung des Konkursverfahrens über das Vermögen des Unternehmens an.
Laut einer amtlichen Bekanntmachung der Vollstreckungs- und Konkursdirektion Bakırköy fällte das 1. Handelsgericht Bakırköy das Urteil am 16. April 2026 unter dem Aktenzeichen 2025/738, das noch am selben Tag um 11:28 Uhr Ortszeit in Kraft trat. Damit verfügte das Gericht die Liquidation des Unternehmens, dessen rechtlicher und wirtschaftlicher Spielraum in den vergangenen Jahren zunehmend geschrumpft war.
Vermögensverwaltung übernimmt die Konkursmasse
Das Unternehmen mit der Handelsregisternummer 285836-0 und der Steuernummer 6430043660 hat seinen eingetragenen Firmensitz im Istanbuler Stadtteil Bakırköy, genauer im Viertel Yeşilköy. Die Abwicklung des Vermögensbestands erfolgt unter der Konkursfallnummer 2026/25 durch die zuständige Vollstreckungsbehörde in Bakırköy.
Die Justizbehörden wiesen darauf hin, dass die Veröffentlichung der Entscheidung gemäß Artikel 166 des türkischen Insolvenz- und Vollstreckungsgesetzes erfolgte und damit als rechtswirksame Zustellung an alle beteiligten Gläubiger und Interessengruppen gilt.
Wettbewerbsdruck und Kosten als Ursache
Der Schritt markiert das Ende einer Ära in der türkischen Zivilluftfahrt. Onur Air war über Jahrzehnte hinweg vor allem als Ferienflieger und Anbieter von Charterverbindungen zwischen der Türkei und Europa bekannt. Beobachter werten die formelle Insolvenz als Konsequenz anhaltender wirtschaftlicher Schwierigkeiten, steigender Betriebskosten und eines intensiven Wettbewerbsdrucks durch neuere, staatlich gestützte Fluggesellschaften.